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Albstadt

Albstädter Tafel hält Betrieb aufrecht: Ab sofort werden Essenspakete ausgegeben

19.03.2020

Von Dagmar Stuhrmann

Albstädter Tafel hält Betrieb aufrecht: Ab sofort werden Essenspakete ausgegeben

© Dagmar Stuhrmann

Hilfe in Form von Essenspaketen: Der Albstädter Tafelladen in der Ebinger Bühlstraße gibt auch am Freitag wieder Lebensmittel an bedürftige Menschen aus.

Bislang sind noch die Tafelläden in Albstadt, Göppingen, Nürtingen und Calw geöffnet. Etliche andere in Württemberg haben bereits geschlossen, um die Ansteckungsgefahr zu verringern. Die Albstädter Tafel in der Ebinger Bühlstraße kann vorerst dank der spontanen Hilfsbereitschaft junger Ehrenamtlicher aus der Foodsharing-Gruppe den Betrieb aufrechterhalten – allerdings mit einigen Änderungen.

Es ist eine gute Nachricht in einer Zeit, in der man nicht langfristig planen kann: „Die Albstädter Tafel kann den Betrieb vorerst aufrechterhalten“, bestätigt Andreas Budisky, Leiter soziale Projekte bei der Caritas Schwazwald-Alb-Donau. Möglich ist das durch die Hilfsbereitschaft junger Ehrenamtlicher aus dem Umfeld der Foodsharing-Gruppe, die für die älteren Helfer einspringen.

Ältere Ehrenamtliche sollen geschützt werden

„Unsere Ehrenamtlichen über 60 Jahre oder mit Vorerkrankungen haben wir vorübergehend vom Dienst befreit“, sagt Budisky. Was sich vorher 40 bis 45 Ehrenamtliche aufteilten, lastet nun auf den Schultern einiger weniger.

Von Tag zu Tag abwägen

Dennoch soll die Lebensmittelgrundversorgung bedürftiger Menschen und Familien in Albstadt durch die Tafel weiterhin sichergestellt sein. „Wir haben uns darauf verständigt, den Tafelbetrieb wochenweise aufrechtzuerhalten, das heißt wir werden, eigentlich von Tag zu Tag, neu abwägen, ob der Betrieb noch aufrechtzuerhalten ist – mit Blick auf die Spendeneingänge, die Zahl des ehrenamtlichen Personals und der allgemeinen Corona-Risikolage und -einschätzung“, erklärt Andreas Budisky.

Tafel stellt auf Notbetrieb um

Ab Freitag stellt die Tafel auf Notbetrieb um. So werden jetzt Essenspakete ausgegeben. Voraussichtlich im Freien und natürlich unter Wahrung des erforderlichen Sicherheitsabstands. Rund 50 Haushalte versorgt die Albstädter Tafel. „Die Leute verlassen sich darauf, dass wir weiter für sie da sind.“ Angedacht ist, je nach Entwicklung, einen Fahrdienst einzurichten, der den Tafelkunden die Essenspakete nach Hause liefert, um zu vermeiden, dass gerade ältere, zur Risikogruppe gehörende Nutzer zur Tafel kommen müssen.

Spenden sind rückläufig

Für die Tafel-Organisatoren stellt sich allerdings noch ein ganz anderes Problem: Die Spenden sind deutlich rückläufig. Hamsterkäufe machen sich bemerkbar. Die Lebensmittelmärkte verkaufen derzeit sehr gut, da bleibt weniger übrig, was an die Tafel gespendet werden könnte.

Haltbare Nahrungsmittel werden dringend benötigt

Die Albstädter Tafel ist deswegen auf Spendeninitiativen angewiesen. Benötigt werden haltbare Nahrungsmittel: Lebensmittelkonserven (Obst, Gemüse, Bohnen, Mais, Fleischaufstriche, Sardinen), aber auch haltbare Fertiggerichte (Ravioli, Linsensuppe, Tütensuppen), Marmeladen, Tee, Kaffee, Trockenware wie Nudeln, Reis, Fertig-Kartoffelbrei, Mehl, Zucker, Öl, haltbare Wurst- und Fleischprodukte, Milch und Drogerieartikel des täglichen Bedarfs (Deo, Zahnpasta, Zahnbürsten, Waschmittel oder Flüssigwaschmittel, Shampoo, Duschgel).

Albstädter Tafel hält Betrieb aufrecht: Ab sofort werden Essenspakete ausgegeben

© Dagmar Stuhrmann

Versorgung gesichert: Eine positive Nachricht für alle Nutzer.

Spenden können direkt in der Tafel, Bühlstraße 7 (Hintereingang im Hof) abgegeben werden oder nebenan in der Secontique-Nähwerkstatt. Für Logistik und Betrieb der Tafel werden außerdem Einkaufstüten benötigt, da nur noch Essenspakete mittels Tüten oder Kartons ausgegeben werden.

Junge springen für Ältere ein

„Wir können nur öffnen, weil junge Freiwillige für die älteren Ehrenamtlichen eingesprungen sind“, sagt Andreas Budisky. Insgesamt ist nach einer Pressemitteilung des Caritasverbands der Diözese Rottenburg-Stuttgart die Lage für Menschen, die Sozialhilfe beziehen, sehr angespannt. Sonderangebote, die normalerweise die Versorgung mit Nahrungsmitteln abdecken, stünden nicht mehr zur Verfügung. Hamsterkäufe könnten mit dem Regelsatz schon gar nicht getätigt werden. Bislang sind noch die Tafelläden in Albstadt, Göppingen, Nürtingen und Calw geöffnet. Etliche andere in Württemberg haben geschlossen, um die Ansteckungsgefahr zu verringern.

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