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Albstadt

Albstädter Literaturtage: Sigrid Maute gab einen Einblick in die Welt der Märchen

26.11.2019

Von Elena Baur

Albstädter Literaturtage: Sigrid Maute gab einen Einblick in die Welt der Märchen

© Elena Baur

Im Kunstmuseum: Sigrid Maute entführte ihr Publikum in die Welt der Märchen.

Sie warim Rahmen der Literaturtage im Kunstmuseum Albstadt zu Gast. Schneewittchen, Rotkäppchen, Rapunzel und all die schönen Märchen unserer Kindheit wurden von den Brüdern Grimm aufgeschrieben, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Doch gibt es noch so viel mehr als nur die Klassiker.

Finstere und düstere Märchen, die nicht für Kinderohren geeignet sind, wurden von Sigrid Maute auf lebendige Weise im Rahmen der Albstädter Literaturtage übermittelt. Wie jeder weiß: Märchen sind eigentlich für Erwachsene gedacht und nehmen nicht zwingend ein gutes Ende. Genau um solche Geschichten und Märchen ging es in dem Programm „Grimm – abgründig“ von Sigrid Maute im Kunstmuseum Albstadt.

Parallel zur Ausstellung im Kunstmuseum

Das Programm wurde extra für diesen Abend im Rahmen der Ausstellung „Die dunkle Seite des Mondes“ zusammengestellt und war daher, mit den verschiedensten Märchen der dunklen Seite der Grimm’schen Märchenwelt, eine Premiere für Zuhörer wie für Erzähler.

Spannende Gattung

Es gibt keine Erzählgattung, die so viel mordet, ertränkt, erhängt oder zerstückelt wie die Märchen. Sigrid Maute ist Expertin in Sachen Märchen: Sie kam 1969 zur Welt und 20 Jahre lang im Produktmanagement tätig, doch 2006 fand sie den Weg in die Erzählkunst. Sie machte eine Ausbildung zur Märchenerzählerin in Nürnberg. Zwei Jahre lang arbeitete sie nebenberuflich als Märchenerzählerin, bis sie im Mai 2009 freiberufliche Erzählkünstlerin wurde und seither selbstständig ist. Sie gehört dem Verband der Erzählerinnen und Erzähler an.

Das Gute kämpft gegen das Böse

Den Abend gestaltete sie mit düsteren Märchen, bei denen man sich über das Ende nie sicher sein konnte. Das Besondere an Märchen ist hierbei, dass das Gute immer gegen das Böse kämpft, es jedoch einem Sachbericht gleicht. Die Handlung wird ohne großes Ausschmücken berichtet und dennoch lassen Bildworte genug Freiheit für die Fantasie, sich die fantastische Welt auszumalen. „Es ist wie bei einem Malbuch. Die Linien sind vorgegeben, doch jeder kann die Farben selber wählen.“, verbildlicht Sigrid Maute.

Märchen und Realität

Der Tod als Pate, eine gruselige Nachbarin oder ein Hexenmeister, der sich als Armer ausgibt, entführten die Besucher in eine andere Welt. Durch Gestik und Mimik baute Sigrid Maute die Kulisse mit ihren Worten auf. „Wenn ich es sehe, sehen es die Zuschauer auch.“ Doch ist ein Märchen der Realität so fremd? Vor einem neuen Märchen las sie einen kurzen Zeitungsbericht vor, in dem es darum geht, dass eine Frau mit einer Säge zerstückelt wurde.

Zauberspruch gegen böse Träume

Auch im nächsten Märchen ging es darum, dass Frauen zerstückelt werden. Jedoch können auch andere Themen der Märchen auf die heutige Zeit übertragen werden. Also ist es tatsächlich nur ein Märchen, oder ist es gar nicht so weit hergeholt? Damit die Besucher trotzdem noch gut einschlafen konnten und nicht von bösen Träumen heimgesucht wurden, las Sigrid Maute zum Schluss den Zauberspruch gegen böse Träume von Michael Ende vor, der hoffentlich alle gut schlafen ließ.

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