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Albstadt

Albstädter Literaturage: Albschreiber Thomas Faltin fühlt sich hier zuhause

14.11.2019

Von Katja Weiger-Schick

Albstädter Literaturage: Albschreiber Thomas Faltin fühlt sich hier zuhause

© Katja Weiger

Etwas Süßes als Lohn fürs Singen: Thomas Faltin verteilte im vollbesetzten Raum „Silberdistel“ sogar feine Leckereien.

Fasziniert von der Alb: Thomas Faltin nahm die Besucher im Ebinger Hotel Linde mit auf eine zauberhafte Reise.

Die Alb, davon ist Thomas Faltin fest überzeugt, schafft Verwandlungen. Eine besondere Metamorphose haben die Besucher bei seiner Lesung am eigenen Leib miterlebt. Thomas Faltin muss es schließlich wissen: Er ist Albschreiber, Albfotograf und Albwanderer in Personalunion.

Mittlerweile viele bekannte Gesichter

Von daher war es nicht verwunderlich, dass der Raum „Silberdistel“ im Ebinger Hotel Linde restlos besetzt war und immer wieder neue Stühle nachgeholt werden mussten. „So viele bekannte Gesichter“ – Thomas Faltins Freude war aufrichtig, „ich kann wirklich sagen, dass ich mich hier mittlerweile sehr zu Hause fühle.“

Verborgene Schönheit der Alb

Der Bildband, den Thomas Faltin präsentierte, lud ein, die verborgene Schönheit der Alb zu entdecken, zu träumen und zu schwelgen. Der Journalist hat dazu nicht nur zahlreiche Landschaftsmotive beigesteuert, sondern auch kleine Sinnsprüche und Lebensweisheiten: zum Innehalten und tief Durchatmen. Wie schreibt Faltin so schön: „Meistens sind wir getrieben, werden wir gemacht, werden wir gelebt. Draußen in der Natur dürfen wir einfach sein.“

Beim Wandern gönnt sich Faltin einen besonderen Luxus

In seinem spannenden Berufsleben als Journalist, so erzählte der Albschreiber augenzwinkernd, sei er ein strukturierter und organisierter Mensch, doch beim Wandern gönnt er sich einen besonderen Luxus: „Da lasse ich mich gerne treiben.“

Wenngleich im Programm eine Lesung angekündigt war: Faltin nahm seine Zuhörer zuerst einmal mit auf eine wunderschöne Bilderreise, untermalt von den Klängen aus der Oper Rinaldo seines Lieblingskomponisten Georg Friedrich Händel.

Schokolade fürs Mitsingen

Aus dem Buch gelesen wurde ebenfalls; etwas Lyrik – von Hölderlin – gab es auch noch. Und Schokolade fürs Mitsingen. Und da war dann noch ein beigefarbenes, kugelförmiges Ei, das von Hand zu Hand durch die Stuhlreihen wanderte und kollektiv große Ratlosigkeit verursachte. Faltin ließ seine Zuhörer spekulieren, was das wohl sein möge. Ein frühes Osterei, murmelte einer. Ein Skarabäus, mutmaßte ein anderer. Weit gefehlt: Es war die Spitze eines Mammutstoßzahns aus der Steinzeit, blank poliert und aus Sibirien stammend.

Das persönliche Paradies ist bedroht

Dass die Natur seines persönlichen Paradieses bedroht ist, stimmt den

passionierten Wandersmann betrüblich. Beispielsweise gebe es auf der Schwäbischen Alb immer weniger Schmetterlinge. Verständnis hat er dafür, dass man sich im Wissen um solche Fakten durchaus die Frage stellen könne, ob man verträumte Landschaftsfotos zeigen dürfe. Dazu bezieht der Albschreiber eine klare Position: „Man darf nicht nur. Man muss.“

Die Verwandlung kommt zum Schluss

Am Schluss der Lesung gab es schließlich die angekündigte Verwandlung. Mit wenigen Handgriffen wurde aus dem in feinen Zwirn gekleideten Buchautor der Wandersmann, stilecht mit festem Schuhwerk, Rucksack und Strohhut. Eine ganz besondere Metamorphose, wie sie nur die Alb möglich macht.

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