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Albstadt

Albstadts DJ-Legende Harald Gut verstarb mit 67: Der Hubschrauber fliegt zum letzten Mal

02.07.2020

Von Holger Much

Albstadts DJ-Legende Harald Gut verstarb mit 67: Der Hubschrauber fliegt zum letzten Mal

© Privat

Harald Gut starb im Alter von 67 Jahren.

Nach Jim Morrisons mysteriösem Song, das war Gesetz bei Harald Guts Tropi-Abenden, kam nichts mehr. Nun wird „The End“ von den Doors auch am Montag bei der Beerdigung des bekannten DJs in Winterlingen gespielt. „Woisch, mei Läba war halt echt turbulent“, sagte Harald Gut selbst über sich.

„This is the end, beautiful friend, this is the end, my only friend, the end“ - so fängt das Lied „The End“ von der Gruppe „The Doors“ an. Und so endete, begleitet von Hubschrauberklängen aus Martin Scorseses Film „Apocalypse Now“, unweigerlich jeder jener langen musikalischen Abende im Tropi, die viele, die damals dabei waren, als legendär bezeichnen würden. Nach Jim Morrisons mysteriösem Song, das war Gesetz, kam nichts mehr.

Der Hubschrauber fliegt noch einmal

Wenn am kommenden Montag mit Harald Gut Albstadts wohl bekanntester DJ seine letzte Reise antritt, dann wird der Hubschrauber noch einmal fliegen. Bei seiner Beerdigung wird, ganz zum Schluss, „The End“ von den Doors laufen. Und es ist nur eines der Lieder, die für viele Menschen mit intensiven Erinnerungen verbunden sind.

Mit seinem untrüglichen Gespür für die Kraft von Musik

Denn in den vielen Jahren, in denen Harald Gut im Tropi auflegte, machte er an den Plattentellern nicht nur das Tropi zum weit über die Grenzen des Kreises bekannten Kultladen. Mit seinem untrüglichen Gespür für die Kraft von Musik begleitete er auch zahlreiche Menschen in ihrer Jugend, legte ihnen Musik und Lieder in die Herzen, die sie nie vergessen werden.

Der „Löwen“ in Starzeln war seine erste große Station

Am 30. April 1953 kam Harald Gut als das mittlere der drei Kinder von Gertrud und Friedrich Gut in Straßberg zur Welt. Sein Großvater „Nene“, Andreas Gut, kümmerte sich früh um ihn, seine Mutter Gertrud hatte immer einen besonders großen Platz in seinem Herzen. Nach dem Besuch der Volksschule in Straßberg begann er zunächst eine Ausbildung als Karosseriebauer bei Wiedler, entschied sich aber dann, auf Wochenmärkten Textilien zu verkaufen. Mitte der 70er übernahm er den „Löwen“ in Starzeln. Bereits damals wussten die Gäste besonders Harald Guts hervorragende Musikauswahl zu schätzen.

Die tiefe Kraft von Musik

Als er Anfang der 80er dann ins Ebinger Tropi wechselte, begann eine einzigartige Zeit. Freitags, aber auch mittwochs und samstags pilgerten die Besucher in das Tanzlokal im Ebinger Osten, um dort die unverwechselbare Mischung aus Klassikern, damals noch unbekannten Hits und schrägen musikalischen Perlen zu genießen. Dass Harald Guts absolutes Lieblingslied John Miles „Music was my first love“ war, ist bezeichnend. Musik generell berührte ihn tief, und er wiederum verstand es, andere mit Musik zu berühren.

Revoluzzer mit dem Herz am rechten Fleck

Als Abenteurer und Freigeist bezeichnen ihn seine Freunde, als Revoluzzer mit dem Herz am rechten Fleck. Einfach war der 1,96 Meter große und extrem sportliche Hüne nie, aber immer ehrlich und authentisch. „Woisch, mei Läba war halt echt turbulent“ war ein Spruch, den Harals Gut immer wieder brachte - und niemand hätte ihm widersprochen.

Sport als Ausgleich zu den wilden Tropi-Nächten

Egal ob Ski, Jogging, Karate oder Klettern - der Sport gab Harald Gut den Ausgleich zu den wilden Tropi-Nächten. Die Faszination für seine geliebte Musik verlor Harald Gut aber nie, auch wenn er sie in den letzten Jahren, in denen er für die Straßberger Firma AID als Hausmeister arbeitete, eher als stiller Konsument genoss.

Beerdigung ist am Montag in Winterlingen

Vor wenigen Tagen verstarb er plötzlich und unerwartet im Alter von 67 Jahren. Harald Gut wird am kommenden Montag, 6. Juli, um 13.30 Uhr auf dem Winterlinger Friedhof beerdigt.

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