Handball

Akribische Arbeit an Kleinigkeiten: HBW Balingen-Weilstetten blickt auf das Duell mit Lemgo

26.09.2021

Von Marcus Arndt

Akribische Arbeit an Kleinigkeiten: HBW Balingen-Weilstetten blickt auf das Duell mit Lemgo

© Herl

Jona Schoch und der HBW gingen gegen Magdeburg leer aus.

Der Bundesligist HBW Balingen-Weilstetten bereitet sich unaufgeregt auf die Partie beim deutschen Pokalsieger Lemgo vor. Diesen plagen nicht nur sportliche Sorgen.

In der Liga sind die Lipperländer noch sieglos, welche sich nach dem European-League-Qualifikationsspiel bei Valur Iceland erklären mussten. Wegen des Verdachts eines Sexualdelikts durfte ein Profi des TBV zunächst nicht ausreisen.

Das beschäftigt Mannschaft und Trainer des Ex-Meisters natürlich, aber nicht die „Gallier“. Diese bereiten sich nach dem 17:28 gegen Magdeburg auf das Auswärtsspiel beim deutschen Pokalsieger (30. September, 19.05 Uhr) vor.

Arbeit an Details

Frei hatten die Schwaben nach dem Donnerstagsspiel nicht im Kollektiv. Jens Bürkle hatte für Freitag und Samstag eine Athletikeinheit eingeplant. „Die Spieler konnten sich selbst einen Tag herauspicken“, verrät der Balinger Trainer.

Am Sonntag gehörte das Spielgerät wieder zum Übungsbetrieb beim Tabellen-15. Akribisch arbeitete der Sportwissenschaftler mit seinen Spielern die Rutsche auf. „Magdeburg hat das schon gut gemacht“, gesteht der 40-Jährige ein, „aber ich denke, wir kriegen das bald wieder besser hin.“

Ein wenig fehlen ihm allerdings die Worte nach zwei deutlichen Niederlagen in Folge – erst das 27:33 in Lübbecke, vier Tage später die Klatsche gegen die Bördeländer. „Gegen Nettelstedt haben gefühlt zehn Prozent gefehlt in jeder Aktion“, analysiert der frühere Erstliga-Kreisläufer. „Gegen Magdeburg haben sich viele Kleinigkeiten summiert“, erklärt der erfahrene Übungsleiter. Es habe an Nuancen gefehlt, meint Bürkle, „dass es gut wird. Wir müssen nun gucken, dass wir die Details gut machen, damit wir wieder in Fahrt kommen.“

Noch drei Teams sieglos

Um einen ähnlichen Stotterstart wie in der vergangenen Runde zu verhindern. Nach 0:12 Punkten schafften die Schwaben damals just in Lemgo die Trendwende. Mit 32:26 siegten die „Gallier“ und starteten in der Folge eine kleine Serie. „Der TBV hat Qualität“, hebt der Balinger Kommandogeber hervor, „ist in vielen Dingen sehr, sehr eingespielt und routiniert.“

Dennoch läuft es für das Kehrmann-Team noch nicht. Mit 1:5 Punkten reiht sich der DHB-Pokalsieger, welcher am Wochenende nicht am Ball war, an 16. Stelle ein – ist neben Stuttgart (26:34 gegen Aufsteiger Hamburg) und Minden (25:31 gegen Berlin) als einzige Mannschaft in der Liga noch sieglos. International startete Lemgo mit einem 27:26 in Reykjavik. Team und Delegation der Lipperländer kehrten am vergangenen Donnerstag wie geplant aus Island zurück, ein Spieler konnte die Rückreise zunächst nicht antreten entsprechende Medienberichte aus Island bestätigte der Ex-Meister in einer Pressemeldung.

Der TBV hat am Freitag Stellung zu einem „Zwischenfall“ bezogen, der sich am Mittwochabend im Zentrum von Islands Hauptstadt ereignet hatte, als „Teile der Mannschaft“ nach dem Europapokal-Spiel dort zugegen waren.

Demnach sei ein Profi der Ostwestfalen „wegen des Verdachts eines Sexualdelikts kurz vor der Abreise der Mannschaft in polizeiliches Gewahrsam genommen, befragt und bereits am Donnerstagabend wieder entlassen“ worden. Deshalb hätten nur 13 der 14 Spieler die Rückreise angetreten.

TBV hält sich bedeckt

„Da uns die konkreten Vorwürfe nicht bekannt sind, können wir keine weiteren Stellungnahmen dazu abgeben und bitten auch darum, von weiteren Nachfragen abzusehen. Nach Abschluss des Verfahrens werden wir die Öffentlichkeit informieren und, falls erforderlich, sicherlich auch angemessen reagieren“, schreibt der TBV ferner. Die Lippische Landeszeitung hatte am Freitag unter Berufung auf das isländische Nachrichtenportal visir.is erstmals von dem Zwischenfall berichtet.

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