Hechingen

300 Pfadfinder reisen in Hechingen durch die Zeit

08.05.2023

300 Pfadfinder reisen in Hechingen durch die Zeit

© Pfadfinder Hechingen

Das historische Outfit darf natürlich nicht fehlen: Jede Station, die die Pfadfinder bei der Rosskur in Hechingen absolvieren müssen, hat einen zeitgeschichtlichen Bezug.

Der Hechinger Stamm gibt die Trophäe weiter: Der Sieg der diesjährigen Rosskur geht an „Barock & Roll“ aus Bruchsal.

In 24 Stunden rund 60 Kilometer zurücklegen und dabei noch an 13 Stationen verschiedene Aufgaben lösen, dieser Herausforderung stellten sich am vergangenen Wochenende 48 Gruppen von Pfadfinder im Alter ab 15 Jahren, die sogenannte Roverstufe, also Teilnehmer von 15 bis 20 Jahren. Die ca. 300 Teilnehmer kamen dabei aus dem gesamten Gebiet der Erzdiözese Freiburg nach Hechingen. Ausrichten durften die Hechinger Pfadfinder die Rosskur dieses Jahr, da ihre Rovergruppe im letzten Jahr gewonnen hatte.

Stationen betreuen heimische Vereine

Los ging es Freitag um 17 Uhr mit der Ankunft der Teilnehmer am Start- und Zielort, der Turn- und Festhalle in Stetten. Schnell das Zelt aufgebaut, dann ging es auch schon los. Vorbereitet war ein Rundweg in Form einer Acht, sodass in vier Richtungen gleichzeitig gestartet werden konnte. An diesem Rundweg hatten bereits verschiedene Teams aus Stationsbetreuern verschiedene Aufgaben vorbereitet. Die Stationen wurden dabei nicht von den Hechinger Gastgebern, sondern von anderen Vereinen oder Pfadfindergruppen angeboten. So musste zum Beispiel in Rangendingen an der Station der DLRG der Stausee überquert werden, am Turm des Hechinger Feuerwehrhauses stellte die Bezirksgruppe des Deutschen Alpenvereins eine Kletteraufgabe und im Freilichtmuseum in Stein konnten beim diözesanen Facharbeitskreis für Inklusion Punkte erworben werden. Der historische Ort für letztere Station war natürlich nicht zufällig gewählt, denn die Stationen waren passend zum Motto „Zeitreise“ thematisch in verschiedenen zeitgeschichtlichen Epochen angesiedelt.

Eine Zeitreise nach Ägypten und zu den Römern

So reisten die Gruppen auf ihrer Wanderung unter anderem durch die Eiszeit (am Waldlehrpfad in Hechingen), lernten am Sportplatz in Schlatt das alte Ägypten kennen und in Stein drehte sich vor passender Kulisse alles um die antiken Römer. Da hätte natürlich auch eine Mittelalterstation perfekt an die Burg Hohenzollern gepasst. Da das organisatorisch nicht möglich war, gab es im Fragenheft, das die Gruppen für Bonuspunkte ausfüllen konnten, noch eine Burg-Zusatzaufgabe. Die erfüllten Aufgaben wurden mit bis zu zehn Punkten belohnt.

Wie viele der Stationen erledigt wurden, entschied dabei jedoch jede Gruppe für sich selbst ganz nach den eigenen Kräften, doch mit jeder nicht erledigten Aufgabe sinkt natürlich die Gesamtpunktzahl und damit auch die Chance auf eine bessere Platzierung.

DLRG gewinnt Preis für beste Station

Auf die Platzierung mussten sich die Teilnehmer jedoch noch ein wenig gedulden. Im Anschluss an die Ankunft am Lagerplatz hinter der Halle in Stetten nach knapp 60 Kilometern Wegstrecke und circa 1300 überwundenen Höhenmetern hatten nämlich eine Dusche und ein warmes Essen Vorrang, bevor es um 21 Uhr mit der Siegerehrung losging.

Nach kurzen Grußworten von Hannes Reis und Klaus Jetter, die die Ortschaft Stetten und die Stadt Hechingen vertraten, wurden die Zusatzaufgaben im Fragenheft aufgelöst. Dabei wurden sowohl Fragen zu der Veranstaltung „Rosskur“, die am Wochenende das 30. Mal stattfand, als auch Fragen zu Hechingen gestellt. So mussten die Gruppen beispielsweise herausfinden, was die Hechinger am Rosenmontag feiern oder wie von unten aus der Stadt bereits erkennbar ist, dass die Burg vom Prinzen besucht wird. Ebenfalls im Fragenheft durften die Gruppen dann noch die beste Station nominieren: Dieser Preis ging an die Station der DLRG, die in Rangendingen am Stausee eine aufwendige Station mit Booten vorbereitet hatte.

300 Pfadfinder reisen in Hechingen durch die Zeit

© Pfadfinder Hechingen

Die Pfadfinder Hechingen übergeben den Pokal. Der Sieg geht nach Bruchsal.

Angefangen beim letzten Platz wurden anschließend allen Gruppen Urkunden für die erfolgreiche Teilnahme an der Rosskur überreicht. Die meisten Punkte erreicht hatte die Gruppe mit dem mottogetreuen Namen „Barock & Roll“ aus Bruchsal, denen damit die Aufgabe zuteilwird, nächstes Jahr die Rosskur auszurichten. Die Gewinner versprachen aber, dabei die Zweitplatzierten mit einzubinden, die ebenfalls aus Bruchsal stammen und im letzten Jahr sogar gemeinsam eine Gruppe bildeten.

Am Ende wird das Tanzbein geschwungen

Um diesen Erfolg zu feiern, gab es im Anschluss genug Gelegenheit, denn in der Halle bewirteten die Gastgeber des Hechinger Stamms und ein DJ sorgte dafür, dass diejenigen, die noch genug Energie übrighatten, noch ausgiebig tanzen konnten.

In den Sonntag starteten die 300 Rover mit einer pfadfinder-typischen Morgenrunde mit einem Impuls durch den Hechinger Stammeskuraten Dekan Michael Knaus. Im Anschluss wurde gefrühstückt sowie die Zelte abgebaut, bevor es für die Teilnehmer wieder nach Hause ging.

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