SüdWest Markt 31.01.19

Umfrage 2 Ratgeber 3 Kino 4 Jugend 5 Immobilien 21 Stellenmarkt 22 DieseWoche Sinnvoll? Umfrage Die Stadt Hannover formuliert künftig geschlechts- neutral – um alle Menschen an- zusprechen. Für wie sinnvoll das die Deutschen halten, zeigt eine Umfrage für t-online.de auf . Seite 2 Rückläufig Handwerk Im vergangenen Jahr haben die Betriebe im Be- zirk der Handwerkskammer Reutlingen 1.996 neue Ausbil- dungsverträge abgeschlossen. Die Bilanz verzeichnet einen Rückgang von 2,0 %. Seite 3 Für den Bereich Balingen: Heute mit Balingen aktuell ie das Statistische Landesamt nach ers- ten vorläufigen Be- rechnungen des Arbeitskrei- ses „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ mitteilt, waren 2018 jahres- durchschnittlich 6,33 Millionen Personen in Baden-Württem- berg erwerbstätig, so viele wie noch nie zuvor. Verglichen mit dem Vorjahr, waren dies 79.600 Erwerbstätige mehr, was einem Zuwachs von 1,3 % entsprach. Im produzierenden Gewerbe konnte ein beson- ders kräftiger Zuwachs an Ar- beitsplätzen verzeichnet wer- den. Rund 38.000 zusätzliche Stellen entstanden 2018 allein in diesem Wirtschaftsbereich binnen Jahresfrist. Die Zu- wachsrate von 2,0 % lag dem- entsprechend deutlich über je- ner der Gesamtwirtschaft und sogar doppelt so hoch wie im Dienstleistungsbereich (+1,0 %). Dies zeigt deutlich, dass das produzierende Ge- werbe 2018 als die treibende Kraft des Arbeitsplatzaufbaus angesehen werden kann. Mit einem Anteil von 31 % an allen Erwerbstätigen im Südwesten, war 2018 beinahe die Hälfte des Erwerbstätigenzuwachses auf diesen Bereich zurückzu- führen. Auffallend ist, dass sich die Zuwächse des Dienst- leistungsbereichs seit 2016 abschwächen, während dage- gen die Zunahmen der Er- werbstätigenzahl im produzie- renden Gewerbe jährlich höher ausfielen. n Baden-Württemberg ent- sprach die Zuwachsrate der Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum Vorjahr mit 1,3 % dem Bundesdurch- schnitt. Die mit Abstand höchste Zunahme der Er- werbstätigkeit konnte mit ei- nem Plus von 2,4 % in Berlin erzielt werden. Auch Bayern (1,5 %) sowie Niedersachsen und Hessen (jeweils 1,4%) wie- sen eine überdurchschnittliche Entwicklung auf. Thüringen war 2018 das einzige Bundes- land mit einem Rückgang der Erwerbstätigenzahl (-0,2 %), so die Statistiker in Stutt- gart. ■ red W I Die Zahl der Woche icht auf jedem Platz im Klassenzimmer lernt es sich gleich gut: Eine Tü- binger Studie zeigt erstmals, dass Schüler mehr vom Unterricht mit- bekommen und besser lernen, wenn sie nahe bei der Lehrkraft sitzen. ach einer gemeinsamen Unterrichtsstunde lösten Schüler der vorderen Sitzreihen Matheaufgaben schneller und besser als die der hinteren Reihe. „Das lässt den Schluss zu, dass sie den Unter- richt aufmerksamer verfolgen als diejenigen, die in der letzten Rei- he sitzen“, sagt Erstautorin Frie- derike Blume, die im Bereich Schulpsychologie an der Eber- hard Karls Universität Tübingen forscht (Foto, dpa). ichtig sei nun zu überlegen, wie im Schulalltag alle Kin- der gleichermaßen von der Nähe zur Lehrkraft profitieren können. „Dies könne beispielsweise er- reicht werden, indem sich die Lehrkraft während des Unter- richts im Klassenraum bewegt oder die Sitzposition der Schüle- rinnen und Schüler während eines Schuljahres regelmäßig wech- selt“, sagt Blume. n der Studie nahmen ins- gesamt 81 Jungen und Mädchen aus fünften und sechsten Klasse teil. Mittels virtueller Realität wurde eine ty- pische Klassensituation geschaf- fen, in die die Schüler mithilfe ei- ner VR-Brille eintauchten. Sie wurden zufällig auf Plätze in der ersten oder hinteren Reihe ver- teilt. Dabei hatten sie auch vir- tuelle Mitschüler im Blick, die ab und zu den Unterricht störten, in- dem sie flüsterten oder sich um- drehten. In der virtuellen Lernsi- tuation erklärte die Lehrkraft eine Lösungsstrategie für eine Mathe- matikaufgabe. Im Anschluss soll- ten die Schüler in einem Test zei- gen, ob sie diese Inhalte verstan- den hatten. ■ Basti N N W A Übrigens Anzeige er einen Kredit auf- nimmt, erhält einen Schufa-Eintrag. Das wissen viele Verbraucher. Doch auch bei der Beantragung eines Girokontos fragen Banken bei der Auskunftei nach der Bonität und teilen ihr anschließend die erfolgreiche Eröffnung mit. Wa- rum fragen Banken den Schu- fa-Score überhaupt ab? Wenn Verbraucher ein Giro- konto eröffnen, erhalten sie in den meisten Fällen einen Dispo- kredit. Wie hoch der verfügbare Kreditrahmen ist, hängt vom Einkommen und der Bonität des Kunden ab. Der Kontoinha- ber erhält durch den Dispokre- dit die Möglichkeit, seinen Kon- tostand zu überziehen und Geld auszugeben, das er in dem Mo- ment nicht besitzt. In diesem Fall geht die Bank ein Risiko ein, dass sie möglicherweise das geliehene Geld nicht zurücker- hält, heißt es in einer Presse- mitteilung des Vergleichspor- tals Chek24. Dieses Risiko will die Bank verringern und informiert sich deshalb vorher bei der Schufa über den neuen Kunden. Ist der Kunde in der Vergangenheit sei- nen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachgekommen? Wie hoch ist die Wahrschein- lichkeit, dass er in Zukunft ein vertrauenswürdiger Kun- de ist? Die Bank ist in diesem Fall berechtigt, die Informatio- nen einzuholen, weil sie ein Ausfallrisiko trägt, wenn sie Kunden einen Dispokredit ein- räumt. Die Schufa schützt laut eigener Aussage dadurch die Banken vor Verlusten und den Verbraucher vor Überschul- dung. Wichtig zu wissen: Die Schufa entscheidet nicht darü- ber, ob Verbraucher das Giro- konto erfolgreich eröffnen kön- nen, sondern immer die jeweili- ge Bank. Der sogenannte Schu- fa-Score dient ihr dabei ledig- lich als Entscheidungshilfe. Die Bank könnte mit der In- formation über einen niedrigen Score beispielsweise wie folgt umgehen: Der Kunde erhält das Girokonto, ihm wird aber nur ein geringeres Kreditlimit ge- währt. Eine andere Möglichkeit ist, dass die Bank dem Kunden keine Kreditkarte ausgibt. Was gilt für die Sonderfälle W Basiskonto und Gutha- benkonto? Wer ein soge- nanntes Basis- oder Jeder- mann-Konto beantragt, muss bestimm- te Bedingun- gen erfüllen. Unter anderem hat er nur An- spruch auf das Basiskonto, wenn er nicht bereits ein Zahlungskonto mit grundle- genden Funk- tionen führt. Banken müs- sen aus diesem Grund bei der Schufa nachfragen, ob bereits ein Zahlungskonto für den Kun- den gespeichert ist. Sowohl An- frage als auch Meldungen zu Basiskonten beeinflussen den persönlichen Schufa-Score nicht. Anfragen werden für ein Jahr gespeichert. Das Basiskon- to selbst ist in der Akte so lange vermerkt, bis der Kontoinhaber es kündigt und die Bank den Eintrag löschen lässt. eben dem Basiskonto, auf das jeder einen Rechtsanspruch hat, gibt es weitere Konten, die als sogenanntes Guthabenkonto ge- führt werden. Zum Beispiel spe- zielle Konten für Jugendliche. Solche Konten eröffnen Banken in der Regel, ohne vorher die Bonität bei der Schufa abzufra- gen. In wenigen Einzelfällen geht die Bank auch bei einem Guthabenkonto ein gewisses Kreditrisiko ein, zum Beispiel wenn sie Kunden bei der Giro- card einen kleinen Disporah- men in Höhe von 200 Euro ge- währt oder Kontoführungsge- bühren verlangt. In diesen Aus- nahmefällen fragt das Institut die Schufa an. Welche Daten erhalten Ban- ken, wenn sie anfragen? Bran- chenscore: Die Schufa ordnet jedes Unternehmen einer be- stimmten Branche zu. So erfah- ren Banken nur den branchen- spezifischen Score, den die Aus- kunftei für Banken erstellt hat. Mobilfunkanbieter oder Ener- N gieunternehmen erhalten bei- spielsweise ebenfalls jeweils ei- nen branchenspezifischen Sco- re. Die Banken erhalten bei ih- rem Branchenscore die Punkt- zahl, Ratingstufe, Erfüllungs- wahrscheinlichkeit beziehungs- weise Risikoquote des Verbrau- chers. Aber auch Negativmerkmale werden nachgehalten, wie eine nicht länger als drei Jahre zu- rückliegende Privatinsolvenz/ Restschuldbefreiung. Zudem gibt es Daten über Kreditanfra- gen, die in den vergangenen zehn Tagen vorgenommen wur- den. Welche Daten erfasst die Schufa bei der Eröffnung ei- nes Girokontos? Hat der Kun- de erfolgreich das Girokonto er- öffnet, hinterlegen Banken die- se Information bei der Schufa. In der Akte stehen anschlie- ßend das Datum des Eintrags, die Bank, die Kontonummer und gegebenenfalls eine dazu- gehörige Kreditkarte. Je nach Bank ist auch die Höhe des be- willigten Dispokredits ver- merkt. Welchen Einfluss haben diese Daten auf den Bonität- score? Die Frage lässt sich nicht abschließend beantwor- ten. Wenn Kunden in ihrer Schufa-Akte ein Girokonto ha- ben, wirkt sich das auf den Sco- re in der Regel nicht negativ aus. Unklar ist jedoch, ob sich bereits zwei zeitgleich laufende Girokonten negativ auf den Bo- nitätscore auswirken. Die Schu- fa legt ihre Formel zur Ermitt- lung der Scores von Verbrau- chern nämlich nicht offen, heißt es in der Pressemitteilung. Dies bemängelten vor einem Jahr die Initiatoren des Projekts „Open Schufa“. Journalisten von Spie- gel und Bayerischem Rundfunk werteten nach einem öffentli- chen Aufruf Schufa-Auskünfte von rund 2.000 Verbrauchern anonym aus. Ein Ergebnis der nicht repräsentativen Untersu- chung war, dass Bankkunden mit mehreren Girokonten in der Rückzahlwahrscheinlichkeit tendenziell schlechter einge- stuft wurden als andere Ver- braucher. ine mögliche Begrün- dung dafür könnte die potenzielle Nutzung des Dispokredits sein. Wenn ein Verbraucher mehrere Girokon- ten führt, stehen ihm nicht sel- ten auch mehrere Dispokredite zur Verfügung. Er könnte bei- spielsweise Bank A 2.000 Euro durch den Dispokredit schul- den, bei Bank B sein Konto mit 3.500 Euro überzogen haben. Ob der Verbraucher tatsächlich seine Konten überzieht, weiß die Schufa nicht. Auf Nachfrage von Check24 heißt es von der Auskunftei, dass die Banken keine Informationen über ge- nutzte Dispokredite melden. Al- lerdings: Zahlt ein Kunde nach zweimaliger Mahnung der Bank die Summe des Dispokredits bis zur angegebenen Frist nicht, macht die Bank eine sogenannte E „fällige und mehrfach ange- mahnte Forderung“ geltend, die sie der Schufa mitteilt. Diese Forderung wiederum beein- flusst die Bonitätsbewertung negativ. Kennt die Schufa meinen Kontostand? Wer als Verbrau- cher hin und wieder mit dem Kontostand im Minus ist, muss keinen negativen Eintrag fürch- ten. Denn die Schufa hat laut ei- gener Aussage keine Informa- tionen über Kontostand und Vermögen der Verbraucher. Überziehen Bankkunden jedoch langfristig ihren Dispo und be- zahlen trotz Aufforderung der Bank nicht, müssen sie mit ei- nem negativen Eintrag rechnen. on einem negativen Eintrag sind die we- nigsten Verbraucher betroffen. Die Schufa teilt auf ihrer Webseite mit, dass sie von mehr als 90 Prozent der bei ih- nen gespeicherten Verbraucher nur positive Vertragsinforma- tionen vorliegen habe. Eine Ga- rantie für eine hohe Erfüllungs- wahrscheinlichkeit ist das nicht. Journalisten fanden im Daten- satz des Open-Schufa-Projektes heraus, dass zwölf Prozent der Kunden ausschließlich positive Einträge hatten und trotzdem nur ein „zufriedenstellendes bis erhöhtes“ oder sogar „hohes Ri- siko“ im Schufa-Basisscore ha- ben. In einem konkreten Fall aus dem Datensatz verweigerte die Bank dem Verbraucher ein höheres Kreditkartenlimit für den USA-Urlaub, obwohl die Schufa lediglich drei positive Einträge, nämlich drei Girokon- ten, in seiner Akte vermerkt hatte. Und wie erfahre ich, was die Schufa über mich weiß? Seit Mai 2018 gilt die Daten- schutzgesetzverordnung (DSGVO). Die schreibt vor, dass Verbraucher jederzeit eine kos- tenlose Selbstauskunft beantra- gen können. Zuvor war das nur einmal pro Jahr möglich. Wenn Verbraucher alle paar Wochen eine Auskunft verlangen, bringt ihnen das wenig. Die Schufa be- rechnet den Basisscore eines Verbrauchers offenbar nur ein- mal pro Quartal, wie aus der Selbstauskunft hervorgeht, so die Zusammenfassung. ■ red V Die Sachemit der Bonität Finanzen Schufa-Eintrag: Was steht drin, was ist rechtens? Verbraucher Beheizbare Ja- cken, Westen, Thermoshirts, Mützen, Handschuhe oder So- cken sollen für Wärme am gan- zen Körper sorgen. Die mit Heizelementen aufgepeppte Winterkleidung ist vor allem bei erheblichen Minus-Temperatu- ren gefragt. Doch der zusätzli- che Komfort hat seine Tücken und schadet der Umwelt, so die Verbraucherzentrale Hamburg. Die Verbraucherschützer raten zum Kauf nachhaltiger Mode. Die Kleidungsstücke werden per Strom aufgewärmt. Über Drähte, die in den Stoff einge- näht sind, wird die elektrische Energie aus einem Lithium-Io- nen-Akku an integrierte Heiz- elemente weitergeleitet, die die Wärme an den Körper abgeben. Bei einigen Produkten lässt sich die Temperatur je nach Bedarf regulieren, manchmal sogar via Smartphone-App (Foto, dpa). „Diese vermeintliche Innova- tion der Bekleidungsindustrie ist problematischer als sie auf den ersten Blick scheint“, meint Tristan Jorde, Umweltberater bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Das in den Lithium- Ionen-Akkus verbaute Lithium- Kobaltoxid ist laut Jorde eine begrenzte Rohstoffressource und wird unter problemati- schen Bedingungen gewonnen. Vor allem bei tiefen Temperatu- ren seien die Akkus zudem be- sonders störanfällig, was bei der Spezialkleidung für den Winter ein handfestes Problem darstel- le. Auch unregelmäßiges Aufla- den der Akkus für die meist nicht täglich getragene Klei- dung kann die Akkuleistung einschränken und zum Defekt führen. Die hochenergetische Li-Zelle könne dabei sogar zur Brandgefahr werden. Für den menschlichen Kör- per kann beheizbare Kleidung von Nachteil sein. „Wer stets aufgewärmte Kleidungsstücke trägt, wird durch deren Nut- zung kälteempfindlicher“, so Jorde. Der Mensch sei eigent- lich in der Lage, Kälte und Wär- me über weite Bereiche auszu- gleichen, doch dieser körperli- che Ausgleichsmechanismus würde durch die beheizbare Kleidung reduziert. Sollen beheizbare Kleidungs- stücke aussortiert werden, kön- nen Verbraucher sie nicht ein- fach zum Altkleidercontainer bringen, sondern müssen vor- her alle elektronischen und elektrischen Bestandteile ent- fernen. „Bei manchen Sachen ist das gar nicht möglich“, so Jor- de. „Am Ende ist die Kleidung entweder komplett zerstört und nicht mehr tragbar oder auf- wendig zu recycelnder Elektro- schrott.“ ■ red Beheizbare Kleidung M ARKT S ÜD W EST WOCHENBLATT FÜR DEN ZOLLERNALBKREIS 31. Januar 2019 ■ 44. Jahrgang ■ Nummer 5 Anzeige Alter Markt 12 • 72336 Balingen www.bodyundbeach.de SALE Restaurant Karl-Linder-Haus regionale Küche Winteröffnungszeiten: Mi. – Sa.: ab 17.00 Uhr geöffnet So. + Feiertage: ab 11.00 Uhr geöffnet durchgehend warme Küche bis 20.00 Uhr Montag & Dienstag: Ruhetag Tischreservierung: 0 74 31-7 11 88 Barrierefreier Zugang Kientenstr. 70 · 72458 Albstadt www.karl-linder-haus.de

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