SüdWest Markt 14.6.18

Umfrage 2 Ratgeber 3 Kino 4 Jugend 5 Immobilien 17 Stellenmarkt 17 DieseWoche Urlaubsgeld Umfrage Laut einer Online-Be- fragung der Hans-Böckler-Stif- tung mit mehr als 28.000 Teil- nehmern ist die Bandbreite der Urlaubsgeldhöhe beträchtlich. Mehr dazu auf Seite 2 Steuertipp Finanzen Betreiber von Photo- voltaikanlagen, die Energie ins öffentliche Netz einspeisen, agieren als Unternehmer. Wer Umsatzsteuer abführt, kann sich im Gegenzug vom Finanz- amt die Mehrwertsteuer zu- rückholen. Seite 3 Für den Bereich Balingen: Heute mit Balingen aktuell n Baden-Württemberg le- ben rund 436.000 Perso- nen, die die Staatsangehö- rigkeit eines der insgesamt 31 ausländischen Teilnehmerlän- der der Fußballweltmeister- schaft 2018 besitzen. Damit kann, so das Statistische Lan- desamt, jeder vierte ausländi- sche Einwohner in Baden- Württemberg mit seiner Na- tionalmannschaft „mitfie- bern“. Mit ganz besonderem Interesse werden dabei sicher- lich die im Land lebenden knapp 30.000 russischen Staatsbürgerinnen und Staats- bürger am 14. Juni den Anpfiff der Weltmeisterschaft in ih- rem Heimatland verfolgen. Mit 109.500 Personen besitzt die Nationalmannschaft aus Kroatien die stärkste Fan- Gruppe im Südwesten, gefolgt von Polen (83.300) und Ser- bien (41.400). Vergleichsweise schwach vertreten sind die süd- und mittelamerikani- schen Staaten Uruguay, Panama und Costa Rica mit je- weils weniger als 250 Staats- angehörigen. n den einzelnen Stadt- und Landkreisen des Landes können die ausländischen Nationalmannschaften auf ganz unterschiedlich starke Fan-Gemeinden zählen. Spit- zenreiter – und zwar sowohl absolut als auch gemessen an der Einwohnerzahl – ist die Landeshauptstadt Stuttgart. Dort leben rund 49.000 aus- ländische Einwohner aus ei- nem der Teilnehmerländer; das entspricht einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von immerhin knapp acht Prozent. Dagegen liegen die entspre- chenden Anteile im Ostalb- und im Main-Tauber-Kreis je- weils nur bei gutzwei Prozent. In 26 der 44 Stadt- und Land- kreisen besitzt die National- mannschaft aus Kroatien die stärkste Fan-Gruppe, in 13 Kreisen ist dies das polnische Team. In jeweils zwei grenzna- hen Kreisen bilden französi- sche bzw. schweizerische Staatsangehörige die größte Fangemeinde, in Baden-Baden sind dies die Staatsangehöri- gen aus dem WM-Gastgeber- land. ■ red I I Die Zahl der Woche ollten Eltern den Medien- konsum ihrer Kinder be- schränken? Eine Frage, die viele vermutlich spontan bejahen würden. Viele Kinder würden an- sonsten wohl etliche Stunden vor dem Handy, Computer, TV oder der Konsole verbringen. Doch könne dieser Schuss nach hinten losgehen, wie eine neue Studie zeigt. tudierende, deren Eltern früher klare Regeln für die Nutzung von Handy, Fern- seher & Co aufgestellt hatten, schnitten in der Universität nicht besser ab als ihre Mitstudieren- den. Dies berichten Eszter Hargit- tai und Drew Cingel von der Uni- versität Zürich im Fachblatt The Communication Review. Im Ge- genteil: Begründeten die Eltern die von ihnen aufgestellten Re- geln ganz konkret damit, dass sonst Zeit für die Hausaufgaben fehlt, fielen die Leistungen der Kinder am College sogar schlech- ter aus. „Eltern stellen diese Re- geln im Normalfall auf, um ihre Kinder zu fördern und sicherzu- stellen, dass sie genügend Zeit in die Schule investieren“, so Har- gittai. Der Studie zufolge könnten solche Regeln, möglicherweise kontraproduktiv sein – beson- ders, wenn die Hausaufgaben als Argument herhalten. nders sah es aus, wenn Eltern gesundheitliche Gründe für ihre Ein- schränkungen anführten, zum Beispiel Bewegungsmangel, überanstrengte Augen oder eine schlechte Haltung vor dem Com- puter. Ihre Kinder zeigten später im College vergleichsweise bes- sere schulische Leistungen. Har- gittai vermutet, dass Eltern, die sich um die Gesundheit ihrer Kin- der sorgen, nicht nur deren Medi- enkonsum regeln, sondern zu- gleich andere Aktivitäten fördern, von denen die Kinder langfristig profitieren. Es sei wichtig, dass Eltern den Einsatz von Medien wie dem Smartphone proaktiv mit ihren Kindern diskutierten und dabei auch die Besonderhei- ten verschiedener Anwendungen berücksichtigten, so die Forscher. „Bestimmte Spiele können zum Beispiel hilfreich sein, um das strategische Denken und analyti- sche Fähigkeiten zu entwickeln“, so Hargittai. Sinnvoll könne auch das gemeinsame Nutzen solcher Technologien sein. Also: zusam- menhocken, aber immer mit Blick auf die Uhr . . . ■ Basti S S A Übrigens gal, ob Münzen, Brief- marken oder Gemälde - zu einem Erbe können viele Dinge gehören. Und natür- lich hält auch das Finanzamt die Hand auf. unst, Oldtimer, Münzen - viele Menschen sam- meln mit Leidenschaft. Stirbt der Besitzer, gehen die Sammlungen an die Erben. Das interessiert auch das Finanz- amt. „Erben sind verpflichtet, dem Fiskus schriftlich mitzutei- len, dass ihnen etwas vermacht wurde“, sagt Rechtsanwalt Pe- ter Ambos in Düsseldorf. Da- mit müssen sich die Hinterblie- benen aber nicht beeilen. „Im Prinzip haben sie ab dem Tag, an dem sie wissen, dass sie er- ben, drei Monate Zeit“, erklärt Eberhard Rott, Fachanwalt für Erb- und Steuerrecht aus Bonn. Wer über diese Frist hinaus die geerbte Sammlung dem Fis- kus verschweigt, begeht Steuer- hinterziehung, warnt der Vor- standsvorsitzende der Arbeits- gemeinschaft Testamentsvoll- streckung und Vermögensvor- sorge. In der Regel fordert das Finanzamt die Erben dann dazu E K auf, eine Erb- schaftsteuerer- klärung abzu- geben und da- rin konkret aufzulisten, was ihnen ver- macht wurde. Die Behörde prüft dann, wie hoch die Erb- schaftsteuer darauf ausfällt. Ausschlaggebend für die Be- rechnung ist der Verkehrswert der jeweiligen Gegenstände. „Als Stichtag hierfür gilt der To- destag des Erblassers“, erklärt Paul Grötsch. Der Fachanwalt für Erbrecht in München ist Ge- schäftsführer des Deutschen Forums für Erbrecht. Doch wie ermitteln Erben den jeweiligen Verkehrswert? Hier gibt es mehrere Mög- lichkeiten. „Im Prinzip reicht es, wenn Erben einfach die ih- nen vermachten Gegenstände mit sämtlichen Bezeichnungen auflisten“, erläutert Rott. Das Finanzamt schätzt dann den Wert – oder holt gegebenenfalls ein Sachverständigengutachten ein. Eine andere Option: Die Er- ben geben von sich aus einen geschätzten Wert etwa des Kunstgegenstands, der Samm- lung oder des Oldtimers an. „Wenn der Betrag plausibel er- scheint, dann legt der Fiskus den angegebenen Wert in der Regel zugrunde“, sagt Rott. Die Erben müssen allerdings damit rechnen, dass das Finanz- amt einen Nachweis für den an- gegebenen Verkehrswert ver- langt – das passiert aber nur in Ausnahmefällen. Erben können dem Fiskus aber auch von vorn- herein ein Sachverständigen- gutachten zum Wert des jewei- ligen Gegenstands oder der je- weiligen Sammlung präsentie- ren. Egal, für welche Vorgehens- weise Hinterbliebene sich ent- scheiden: Irgendwann, nach- dem sie ihre Erbschaftsteuerer- klärung abgegeben haben, liegt der Bescheid des Finanzamts im Briefkasten – und zwar zum ei- nen der Feststellungsbescheid und der Erbschaftsteuerbe- scheid. Mitunter passiert es, dass dann aus Sicht der Erben der Wert des zu versteuernden Gegenstands zu hoch angesetzt ist. „Das müssen Betroffene aber nicht akzeptieren“, erklärt Ambos. „Sie können dann Ein- spruch einlegen.“ Der Einspruch muss inner- halb eines Monat nach Bekannt- gabe des Bescheids schriftlich oder elektronisch beim zustän- digen Finanzamt erfolgen. Man kann auch zum Finanzamt ge- hen und den Einspruch dort zur Niederschrift erklären. „Wichtig ist, dass gegen den Feststel- lungsbescheid und nicht gegen den Erbschaftsteuerbescheid Einspruch erhoben wird“, be- tont Ambos. Wer Einspruch einlegt, sollte bei einem Sachverständigen ein Wertgutachten in Auftrag ge- ben. „So kann dem Finanzamt plausibel gemacht werden, dass es bei der Wertermittlung falsch lag“, so Grötsch. Sollte sich das Finanzamt auf das Gutachten nicht einlassen, dann kann es gegebenenfalls auch zu einem Verfahren vor dem Finanzge- richt kommen. Grundsätzlich gilt: Wer im Besitz etwa von wertvollen Kunstgegenständen ist, sollte sich frühzeitig Gedanken ma- chen, was nach seinem Tod da- mit passieren soll. Sinnvoll kann sein, zeitig qualifizierte Gutach- ten anfertigen zu lassen und ei- ne Dokumentation zu der je- weiligen Sammlung mit Daten und eventuellen Vorbesitzern zu den übrigen Vermögensun- terlagen zu legen. ■ dpa Die Kunst zählt immer mit Finanzen und Gesellschaft Was beimErben zu beachten ist und was das Finanzamt interessiert Anzeige Verkauf: Gold, Uhren, Schmuck Hochzeitsschmuck Eheringe und Second-Hand-Schmuck NEU: Wir kaufen auch Militärar kel vom 1. und 2. Weltkrieg Bahnhofstraße 15 www.goldhaus-balingen.de Bis 50 km auch Hausbesuche möglich Tel. (0 74 33) 2 78 45 89 Mobil: 01 52 29 24 12 85, Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. 9.00 – 13.00 und 14.00 – 18.00 Uhr, Samstag von 9.00 – 14.00 Uhr Gesellschaft und Vorsorge Kinder großzuziehen, ist Arbeit - in den meisten Familien im- mer noch vor allem die der Mütter. Viele Frauen verzichten auf einen Teil ihres Einkom- mens, um sich um die Kinder zu kümmern. Bei der Rente wer- den diese Kindererziehungszei- ten angerechnet. Kinder kosten Zeit, Nerven und auch Geld. Wer sich zu Hause um den Nachwuchs kümmert und dafür im Job kür- zer tritt, muss zudem oft mit Einbußen bei der Rente rech- nen. Die Mütterrente soll das allerdings ausgleichen. „Der Begriff „Mütterrente“ ist ein politisches Schlagwort aus dem Bundestagswahlkampf 2013“, sagt Samuel Beuttler- Bohn, Rentenexperte beim So- zialverband VdK Deutschland in Berlin. Damals wollte man die Erziehungszeiten von vor 1992 geborenen Kindern ren- tenrechtlich besser anrechnen. Für sie wurde damals nur ein Jahr Erziehungszeit angerech- net – für ab 1992 Geborene wa- ren es bereits drei Jahre. Seit Juli 2014 sind es zwei Jahre für Kinder vor 1992 – diese Aufsto- ckung wurde wieder als Müt- terrente bezeichnet. Antworten auf wichtige Fragen: Wer hat Anspruch auf die Mütterrente? „Versicherte der gesetzlichen Rentenversiche- rung haben Anspruch auf die Anrechnung von Kindererzie- hungszeiten“, sagt Dirk von der Heide von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Das gilt auch für Mitglieder in be- rufsständischen Versorgungs- werken wie Ärzte oder Archi- tekten. Beamte haben dagegen keinen Anspruch. Sogar eine Mutter, die nie in die gesetzliche Rentenversiche- rung eingezahlt hat, da sie zum Beispiel immer selbstständig war, kann Kindererziehungszei- ten in Anspruch nehmen. Ein Jahr Kindererziehungszeit ent- spricht einem Versicherungs- jahr. Kommt sie auf mindestens fünf Rentenpunkte, erhält sie im Alter Mütterrente. Man kann auch mit freiwilligen Zahlungen in die gesetzliche Rentenversi- cherung auf diese fünf Jahre kommen. Können auch Väter Kinder- erziehungszeiten beantra- gen? 98 Prozent derjenigen, die in Deutschland Kindererzie- hungszeiten beantragen, sind Frauen. Der Antrag auf die An- rechnung der Kindererzie- hungszeiten, den die Renten- versicherung verschickt, wird erst einmal automatisch der Mutter zugeordnet. Wenn die Kinder gemeinsam erzogen wurden, die Zeiten aber dem Vater zugeordnet werden sol- len, müssen die Eltern der Ren- tenversicherung gegenüber eine gemeinsame Erklärung abge- ben. Wichtig: „Diese gilt immer nur für die Zukunft und für ma- ximal zwei Monate rückwir- kend“, betont Katharina Hen- rich, Rentenexpertin bei der Stiftung Warentest in Berlin. In so einem Fall sollten sich die El- tern also am besten sofort mit der Rentenversicherung in Ver- bindung setzen. Ohne solch ei- ne gemeinsame Erklärung muss der Vater nachweisen, dass er den überwiegenden Erzie- hungspart hatte. Welche Zeiten werden an- gerechnet? Für alle vor 1992 geborenen Kinder werden ak- tuell zwei Jahre Kindererzie- hungszeit angerechnet. Im Koa- litionsvertrag der jetzigen Bun- desregierung ist die Mütterren- te II vereinbart worden. Dem- nach würden für Versicherte, deren Kinder vor 1992 geboren sind, die zwei Punkte auf drei aufgestockt – allerdings nur für Eltern mit drei oder mehr Kin- dern. Wie viel Geld bringt ein Rentenpunkt bei der Mütter- rente ein? Ein Rentenpunkt entspricht praktisch einem Jahr Durchschnittsverdienst“, er- klärt Katharina Henrich. „Man wird bei der Rentenversiche- rung so gestellt, als hätte man ein Jahr durchschnittlich ver- dient und dafür Beiträge ge- zahlt. Entsprechend ändert sich das jedes Jahr.“ Bei Frauen, die nach der Ge- burt ihres Kindes mehr als das Doppelte des Durchschnittsein- kommens verdienen, wird ge- kappt. „Es gibt eine Beitragsbe- messungsgrenze. Kein Arbeitnehmer kann mehr als 2,06 Punkte im Jahr ansammeln“, betont Henrich. „Alles was darüber hinausgeht, wird nicht verbeitragt, dafür be- kommt man aber auch keine Rente.“ Wie erhält man Mütterren- te? Wer 43 Jahre alt wird, be- kommt automatisch Post von der gesetzlichen Rentenversi- cherung. „Da wird Ihnen der so- genannte Versicherungsverlauf zugeschickt“, erläutert Dirk von der Heide. „Man sollte schauen, ob alle Zeiten, die für die Rente wichtig sind, im Versicherungs- verlauf korrekt erfasst wurden oder noch Lücken bestehen.“ Dem Schreiben liegt auch ein Antrag bei, mit dem man Kin- dererziehungszeiten beantra- gen kann. Den Antrag sollte man möglichst schnell ausfüllen und zeitnah an die Rentenversi- cherung zurückschicken, so der Rat der Experten. ■ red Mütterrente honoriert Erziehungszeiten Anzeige Heute mit dem erfolgreichen Kleinanzeiger M ARKT S ÜD W EST WOCHENBLATT FÜR DEN ZOLLERNALBKREIS 14. Juni 2018 ■ 43. Jahrgang ■ Nummer 24

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