Gesund durch März 2018

24 www.gesund-durch.de (dbp/ihs/fru) Kratzen, Schaben, Kratzen – ein Neurodermitis-Schub kann qualvoll sein, ein Teufelskreis aus Juckreiz und Entzündung. Ato- pische Dermatitis oder atopisches Ekzem nennen Mediziner die meist allergisch bedingte Hauterkrankung. Experten gehen heutzutage davon aus, dass neben erblicher Veranla- gung und Umwelteinflüssen auch die Ernährung zur Entstehung ei- ner Neurodermitis beiträgt. Da viele Lebensmittel chemisch stark verändert und belastet sind, ist eine erste Schutzmaßnahme möglichst naturbelassene Lebensmittel zu konsumieren. Neurodermitiker rea- gieren z. B. häufig auf Fruchtsäuren oder Alkohol sehr empfindlich. Aber auch Lackdämpfe, Zigarettenrauch, Hausstaubmilben oder Pollen in der Luft können Hautreaktionen hervor- rufen. Die persönlichen Auslöser kennen Neurodermitis entsteht häufig schon im Kindesalter, klingt aber in der Regel im Laufe der Jahre wieder ab. Etwa zwei bis vier Pro- zent der Erwachsenen leiden nach Angaben des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesund- heitswesen (IQWiG) jedoch unter ei- ner chronischen Neurodermitis. Der erste Schritt, um mit der Krankheit besser leben zu können, ist das For- schen nach den Auslösern, um diese weitestgehend vermeiden zu können. Gemeinsam mit dem Hautarzt muss zudem eine individuelle Strategie zur Linderung akuter Schübe gefun- den werden. Psychische Belastun- gen schwächen das Immunsystem zusätzlich und damit auch die Haut. Viren und Bakterien haben es bei Neurodermitikern dann noch leich- ter, in den Körper einzudringen und dort für Entzündungen und Juckreiz zu sorgen. Dass es zu juckenden Ausschlägen kommt, liegt also da- ran, dass bei Betroffenen der natü- rliche Schutzpanzer nicht intakt ist. Laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund hat die Haut dann eine dünnere Hornschicht, produziert weniger Talg und verliert mehr Was- ser. Deshalb ist sie sehr trocken und empfindlich – auch gegenüber Par- füm, Waschsubstanzen oder Haut- reizungen durch Schwitzen und Tex- tilien wie z. B. grober Wolle. Die Haut pflegen und schonen Neurodermitiker benötigen für ihre sehr trockene Haut eine gewisse Ba- sispflege mit viel Feuchtigkeit. Den Juckreiz kann man mit rückfetten- den Salben und Cremes wie z. B. Harnstoff (Urea) lindern. Wasch- und Pflegeprodukte sollten reizarm sein, also ohne Alkoholzusätze, sei- fenfrei und möglichst wenig oder gar nicht parfümiert. Die Kleidung sollte aus weichen Stoffen wie Baumwolle oder Seide bestehen, damit nichts auf der Haut kratzt. Ansonsten haben sich bei Neurodermitis-Schüben An- tihistaminika bewährt. Diese Medi- kamentengruppe wird dann meist in Tablettenform gegeben und blockiert die körpereigene Substanz Histamin, die den Juckreiz verursacht. Bei sehr schweren Fällen kann auch Korti- son verabreicht werden. Dieses un- terdrückt die Überreaktion des Im- munsystems, sodass die Entzündung zurückgeht. So wird die Haut stabili- siert und der Juckreiz gelindert. Eine dauerhafte Anwendung von Kor- tison sollte immer mit dem behan- delnden Arzt besprochen werden. Andere Medikamente basieren auf Pilz-Wirkstoffen. Sie blockieren ein Enzym, das für die Hautentzündung verantwortlich ist. Auch mit ultravio- lettem Licht lässt sich Neurodermitis effektiv behandeln. Ein neuer Ansa- tz ist die Antikörpertherapie, deren Wirkung auf die Drosselung entzün- dungsfördernder Botenstoffe basiert. Weitere Informationen: www.neurodermitis.net ; Seite des Bundesverbands Neurodermitis mit Selbsthilfegruppen und Anspre- chpartner vor Ort Deutlich dünnere Hornschicht Bei Neurodermitis produziert die Haut weniger Talg und verliert mehr Wasser Neurodermitis kann auch an den Handflächen auftreten und dort einen juckenden Hautausschlag verur- sachen. (Foto: Fotolia / casi) Haut Anzeige

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