Susanne Eisenmann holt Michael Föll ins Kultusministerium. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Susanne Eisenmann holt Michael Föll ins Kultusministerium. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Susanne Eisenmann holt Michael Föll ins Kultusministerium. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Susanne Eisenmann holt Michael Föll ins Kultusministerium. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Stuttgart, Freitag, 9. November 2018

Eisenmann glückt Personalcoup

Kultusministerin wirbt der Stadt Stuttgart den Finanzbürgermeister ab und heizt damit Spekulationen an.

von ROLAND MUSCHEL

Kultusministerium Susanne Eisenmann wirbt der Landeshauptstadt Stuttgart überraschend den Ersten Bürgermeister Michael Föll (beide CDU) ab. Der 53-Jährige wird wohl Ende Februar 2019 aus dem Rathaus ins Kultusministerium wechseln und fortan Eisenmann als oberster Beamter dienen. Die beiden Politiker kennen und schätzen sich seit gemeinsamen Zeiten in der Jungen Union. „Mit Michael Föll hole ich mir einen starken Partner ins Haus“, sagte Eisenmann. Die bisherige Amtschefin Gerda Windey werde auf eigenen Wunsch hin künftig wieder als Abteilungsleiterin arbeiten.

Die Personalie gilt als Coup. Föll ist seit 2004 Bürgermeister für Wirtschaft, Finanzen und Beteiligungen in der Landeshauptstadt und gilt neben Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) als der starke Mann im Rathaus. 2016 übernahm er im Rahmen einer Neuordnung der Zuständigkeiten auf der Bürgermeisterbank auch die Verantwortung als Krankenhausbürgermeister.

Fölls Bilanz als Finanzbürgermeister ist mustergültig, die Stadt ist am Ende seiner Amtszeit schuldenfrei. Die schwierige Aufgabe der Neuordnung des durch einen Korruptionsskandal erschütterten städtischen Klinikums wird ein Nachfolger zu Ende bringen müssen. Föll wird nachgesagt, schon länger eine neue Herausforderung gesucht zu haben.

Mit der Entscheidung unterstreicht Eisenmann zum einen, dass sie ihre Zukunft in der Landespolitik sieht und sich die Stuttgarter CDU keine Hoffnung machen muss, die ehemalige Kultusbürgermeisterin der Stadt als Kandidatin für die OB-Wahl 2020 zu gewinnen. Die 53-Jährige signalisiert mit der Personalie zugleich, dass sie bereitstünde, sollte CDU-Landeschef Thomas Strobl auf die Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl im Jahr 2021 verzichten. Michael Föll wird zugetraut, auch eine Staatskanzlei als Amtschef führen könnte. Dass der Coup ausgerechnet an dem Tag öffentlich wurde, als Strobl als Innenminister im Landtag mal wieder unter Beschuss stand, kann Zufall sein. An solche Zufälle aber glauben in der CDU nicht mehr allzu viele.

Roland Muschel

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