Stuttgart, Mittwoch, 12. September 2018

„Ella“ und die drei Optionen

Wie sich der IT-Dienstleister und Entwickler Iteos die Zukunft der Bildungsplattform vorstellt.

von AXEL HABERMEHL

Was wird aus „Ella“? Fragen nach der Zukunft der „Elektronischen Lehr- und Lernassistenz“, einer digitalen Bildungsplattform für Baden-Württembergs Schulen, gehören zu den derzeit meistdiskutierten der Landespolitik. Nächste Woche Donnerstag werden wohl die wichtigsten beantwortet. Dann tagt, mit allen Beteiligten, der Bildungsausschuss des Landtags. Erwartet wird eine Positionierung der Landesregierung. Kultusministerin Susanne Eisenmann, die mit Innenminister Thomas Strobl (beide CDU) zuständig ist, hat einen „Vorschlag zum weiteren Vorgehen“ angekündigt.

Das Land ist als Auftraggeber am Zug, weil der Auftragnehmer, der kommunale IT-Zweckverband Iteos, am 31. August ein Angebot eingereicht hat. Eisenmann hatte Iteos dazu aufgefordert, ein „unterschriftsreifes Vertragswerk“ mit einem Subunternehmer vorzulegen, der US-Softwarefirma Veritas. Sollte das nicht geschehen, werde sie das Projekt „Ella“ stoppen und abwickeln.

Dass Iteos – eine vom Land und von Kommunen getragene Anstalt öffentlichen Rechts – diese Forderung nicht erfüllen konnte, ist bereits bekanntgeworden. Viel mehr aber sickerte über die eingereichten Papiere nicht durch.

Dieser Zeitung liegt nun eine interne Mail vor, die die Iteos-Vorstände William Schmitt und Andreas Pelzner am 7. September an Mitarbeiter verschickt haben. Darin informieren sie „über die aktuellen Entwicklungen im Projekt ,Ella'“. Laut dem Schreiben bietet Iteos drei „Optionen“ an, um das Projekt fortzuführen.

Landesregierung entscheidet

Option eins sehe eine „lauffähige Basisversion“ vor. Würde das Land sich für sie entscheiden, enthielte „Ella“ nur die Funktionen, die im Juli 2017 in einem „Letter of Intent“ vereinbart wurden. Das ist bisher „Ellas“ einzige vertragliche Grundlage, seitdem hat das Kultusministerium aber einige weitere Anforderungen vorgelegt. Option eins könne „nach vier Monaten für die Produktion freigegeben werden“.

Option zwei ist umfangreicher. „Ella“ enthielte dann auch Funktionen, die erst im Juli 2018 in einem „Lastenheft“ fixiert wurden. Diese Option sehe zudem eine weitere Zusammenarbeit mit der Firma Veritas vor – und hier wird es knifflig. Denn die US-Firma ist laut den Iteos-Vorständen „erst dann bereit, einen Vertrag mit uns abzuschließen, wenn sie von uns eine verbindliche Zusage über die Projektfortführung erhält“. Zeitrahmen für diesen Weg: 21 Monate ab Freigabe.

Option drei entspricht Option zwei, aber ohne Veritas. Iteos nennt dies „Weiterentwicklung von ,Ella' mit neuen Partnern“. Eine Marktevaluation habe ergeben, dass das machbar sei.

Keine Rolle in dem Schreiben spielt die Kostenfrage. Sie dürfte aber wichtig für die Entscheidung werden, ob das Land eine der Optionen wählt oder alles stoppt. Das wird sich wohl im Ausschuss zeigen. Dort bekommt man „Ella“ dann auch mal zu sehen. Denn Option eins will Iteos laut der Mail zu Beginn der Sitzung „live präsentieren“. Axel Habermehl

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