Freiburg, Mittwoch, 12. September 2018

Maria H. korrigiert ihre Aussage

Die Freiburgerin, die fünf Jahre vermisst wurde, gibt zu, mit Bernhard Haase in Italien gelebt zu haben.

von PETRA WALHEIM

Maria H., die fünf Jahre verschwunden war und seit Ende August wieder in Freiburg ist, hat gegenüber der Polizei ihre erste Aussage korrigiert. Sie sei nicht alleine mit dem Fahrrad durch osteuropäische Länder gezogen, sondern gemeinsam mit Bernhard Haase. Mit ihm habe sie im Sommer 2013 Polen verlassen, erklärte die Polizei gestern. Sie seien durch Osteuropa nach Italien gefahren. Vor zwei Jahren hätten sie in Sizilien gemeinsam eine Wohnung bezogen. Um Geld für ihren Lebensunterhalt und die Miete zu verdienen, hätten sie beide gejobbt, so die Polizei.

Maria habe über „die Art und Ausgestaltung der Beziehung“ zu dem 40 Jahre älteren Bernhard Haase gesprochen, schreibt die Polizei. Details dazu wolle sie im Moment nicht nennen.

Maria H. hatte Bernhard Haase, der aus Blomberg in Nordrhein-Westfalen stammt, 2013 als 13-Jährige im Internet kennengelernt. Sie hatten sich mehrfach in Freiburg getroffen, bevor sie Anfang Mai 2013 zusammen verschwunden sind. Die Polizei ging von einer Liebesbeziehung aus.

Vor knapp zwei Wochen, nunmehr 18 Jahre alt und volljährig, hat sich Maria über soziale Netzwerke bei ihrem Vater in Freiburg gemeldet. Sie wurde am 31. August von Freunden der Familie aus Mailand abgeholt.

Mehr als fünf Jahre lang hatte die Mutter über Facebook nach ihrer Tochter gesucht. In ihrem letzten Eintrag vom Montag schreibt sie, Maria habe „auf eigenen Wunsch“ ihre erste Aussage revidiert. „Aussagen, die sie bisher gemacht hatte, machte sie im Versuch, Herrn Haase zu schützen“, schreibt die Mutter. Maria sei immer noch „nicht so richtig klar, dass Täter Leben zerstören und nicht diejenigen, die über eine Tat berichten“. Weiter teilt die Mutter mit, dass ihr bis vor ein paar Tagen nicht klar war, „in welchem Maß mein Kind manipuliert war und leider auch noch immer ist“.

Bernhard Haase ist am Freitag in Sizilien festgenommen worden. Die Polizei hatte ein leerstehendes Haus überprüft und war auf den 57-Jährigen gestoßen. Er soll einen Rucksack mit mehreren tausend Euro und einige Handys bei sich gehabt haben. Er sitzt in Italien in Haft. Die Staatsanwaltschaft Freiburg bereitet gegenwärtig den Auslieferungsantrag vor. Petra Walheim

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