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Köln, Mittwoch, 12. September 2018

Rückflug ins Paradies

von GUIDO BOHSEM

Köln ist bekanntlich die Stadt des offenen Widerspruchs, eine verbaute, hässliche und dysfunktionale Siedlung am Rhein, die von ihren Bewohnern aber als architektonisch gelungen, wunderschön, ja, geradezu paradiesisch empfunden wird. Die spinnen, die Kölner, sollen schon die alten Römer festgestellt haben. Und auch die Truppen Napoleons seufzten öfter mal „Mon Dieu“. Etwa als die Einwohner „Agrippina Colonias“ sich in französische Uniformen hüllten und damit den modernen Karneval erfanden.

Im Ausland erkennt man den gewöhnlichen Kölner aber nicht an seiner Pappnase, sondern an seinem Talent für vergleichende Kulturwissenschaften. Steht er etwa vor dem Taj Mahal, dem Eiffelturm oder der Akropolis, wiegt er sein Haupt und bekundet: „Fast so schön wie der Dom“. Womit die große Kirche am verlängerten Ende des Kölner Hauptbahnhofs gemeint ist. Und der Rhein, ja der Rhein, der kann es nach unerschütterlicher Meinung des Kölners auch mit dem Amazonas, dem Mississippi oder einem x-beliebigen karibischen Strand aufnehmen.

So dürften viele Passagiere des Eurowings-Fluges Köln-Nador (Marokko) innerlich gejuchzt haben, als die Maschine dort wegen eines Unwetters nicht landen durfte und auch kein anderer Ausweich-Flughafen gefunden wurde. Man kehrte also um und düste wieder ins irdische Paradies am Rhein zurück. Alle Flüge führen eben nach Köln. Guido Bohsem

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