06.03.2019

Leserbrief

Werk ist ein wahrer Goldesel

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Zu: Plettenbergabbau: Kulisse reicht für sieben Jahre
Endlich kommt Bewegung in die bereits fast abgehakte Süderweiterung des Plettenbergs und der unsäglichen Belastung der Luft durch das Verbrennen giftiger Kunststoffe ohne besondere Filter. In der Stellungnahme von Holcim als Reaktion auf den Balinger Gemeinderatsbeschluss am Dienstagabend betont Schillo, „es sei ökologisch sinnvoll und politisch gewollt, Rohstoffquellen vollständig auszuschöpfen. Wir brauchen Planungssicherheit für 40 bis 50 Jahre.“
Dass dies ökologisch sinnvoll sei, ist natürlich Blödsinn. Er meint wahrscheinlich ökonomisch und hier hat Schillo recht: Für den Schweizer Konzern ist das Werk ein wahrer Goldesel.
Der Kalkabbau ist fast geschenkt, dank Gewinnabführung so gut wie keine Gewerbesteuer, durch Kunststoffverbrennung keine Energiekosten, aufwendige Abgasfilter (Dioxin und Schwefeldioxid) sind im Zollernalbkreis nicht erforderlich, Dioxin wird im ganzen Jahr nur an drei Tagen geprüft, Direktbetrieb (ohne Filter) ohne Probleme möglich, Giftmüllannahme bringt noch zusätzliches Geld, Bürgermeisterin Adrian übernimmt bei Rechtsstreitigkeiten 80000 Euro Anwaltskosten, Landratsamt Balingen und das Regierungspräsidium Tübingen hofieren Holcim rechtzeitig mit Abbau- und Ausnahmegenehmigungen, der Regionalverband gibt sogar grünes Licht trotz Unstimmigkeiten im Gutachten, massive Naturschutzvergehen blieben bis jetzt bei der Staatsanwaltschaft ohne Folgen und alle unsere Gutachter bescheinigen regelmäßig das von uns erwünschte Ergebnis. Holcim: Was wollen wir mehr !!
Das zweite Argument von Schillo: politisch gewollt? Von den Bürgern von Dotternhausen mit Sicherheit nicht. Bleiben also nur noch Adrian, Landrat Pauli und Dr. Seidemann vom Regionalverband.
Politisch gewollt: als Parteien bleiben nur noch die Grüne und die Schwarzen übrig.
Wieso verhindert der grüne Umweltminister Untersteller in Geheimgesprächen mit der Zementindustrie die Vorschrift zum Einbau besserer Filter (SCR-Anlagen) (Youtube-Beitrag: „Dreckschleuder Zementwerke“). Ja, bitte anschauen, er verhindert den Einbau!!!
Diese Vorgänge kann sich keiner erklären, oder doch? Was könnte hier noch eine Rolle spielen? Fragen über Fragen. Fragt immerzu, lieber jetzt wie morgen! Und dies ist gut so.
Siegfried Rall
Degenhartstraße 5, Dotternhausen

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