21.02.2019

Leserbrief

Die Plettenberg-Frage mit seinem Hü und Hott verwirrt

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Wie sich die Vorgänge gleichen. Wer bei der Diesel-Debatte eine klare Linie sucht, findet ein „Hü und Hott“.
Auch in der Plettenberg-Frage ist diese verwirrende Komponente sichtbar. Kürzlich stand im ZAK „Widersprüche zum Kulissen-Abbau“. Als Leser staunt man jeden Tag. Wie kann es sein, dass ein Berg abgegraben und gesprengt wird und der technische Ausschuss des Balinger Gemeinderates zu spät kommt, um das Panorama der „Balinger Berge“ zu schützen?
Weder das Landratsamt noch Holcim, noch der Umweltminister standen im Austausch. Wozu gibt es die Behörde, wenn sie jederzeit vom Konzern ersetzt werden kann? Dass die Angelegenheit Schutz für die Bearbeitung der Areale wegen Personal- und Zeitmangels nicht gemacht werden kann, ist eine bodenlose Nachlässigkeit. Oder ist es gar Absicht? Haben Konzerne in unserer Demokratie Sonderrechte? Egal. Das bisschen Landschaft. Wir haben ja genug davon. Sie wird rekultiviert. Aber zerstört ist zerstört. Es ist nicht mehr die originäre, artenreiche Landschaft. Woher nimmt sich die Behörde das Recht für den Abbau der Kulisse?
Kein Regierungspräsidium weder in Tübingen oder Freiburg kann dies genehmigen. Auch die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat in Dotternhausen ist dazu eine Nummer zu klein.
Dass der Konzern Holcim schalten und walten kann, es zumindest für sich in Anspruch nimmt, ist ein Fehler im System. Wo bleiben die Parteien? Dreck und Lärm bleiben in Dotternhausen, das Geld (Profit) wandert in die Schweiz. Wohl dem, der dies gerecht und gut findet! Arbeitsplätze für einige Zeit oder doch hoffentlich auf lange Sicht. Dass der Landrat vieles nicht weiß oder wissen will, ist auf Dauer ein Schaden für die Demokratie. Warum kein Nein zur Zerstörung in früheren Jahren? Eine solche Handlungsabsicht, die Berge, Seen, Wälder zerstört, um Profit zu machen, war außer im Krieg nicht möglich.
Gebhard Wörner
Epplergarten 22/1, Frommern

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Plettenbergabbau.

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