„Die Gallier im Zollernalbkreis“ formulieren den Widerstand

Hausen am Tann, 21.02.2019

Plettenbergabbau: „Die Gallier im Zollernalbkreis“ formulieren den Widerstand

Der Hausener Gemeinderat wendet sich in sämtlichen Punkten gegen die immissionsschutzrechtliche Änderungsgenehmigung von Holcim.

Die Gemeinde Hausen am Tann hat sich am Mittwochabend gegen die immissionsschutzrechtlichen Änderungsgenehmigung für die Süderweiterung des Steinbruchs auf dem Plettenberg der Firma Holcim positioniert. Und zwar in sämtlichen Punkten. Ferner beschlossen die Räte, im Rahmen der Behördenbeteiligung die Erteilung des Einvernehmens zu verweigern.

Bei der ersten Sitzung unter dem neuen Bürgermeister Stefan Weiskopf fasste der Gemeinderat einen weitreichenden Beschluss.
Bei der ersten Sitzung unter dem neuen Bürgermeister Stefan Weiskopf fasste der Gemeinderat einen weitreichenden Beschluss. Foto: Daniel Seeburger

Es war die erste Sitzung, die der neue Hausener Bürgermeister Stefan Weiskopf am Mittwochabend leitete. Und es war eine Sitzung, in der Bürgermeister und Gemeinderat sehr deutlich wurden. „Wir sind die Gallier im Zollernalbkreis“, sagte Gemeinderat Rudolf Matyas. Und er zeigte sich zuversichtlich: „Wir haben schon einiges erreicht“.

Bürgermeister Weiskopf erläuterte die Stellungnahme, die der Gemeinderat schließlich verabschiedet hat. Dabei ging es unter anderem um die Sicherung der eigenen Quellen und um den Hochwasserschutz.

Durch die geplante Erweiterung des Steinbruchgeländes vergrößere sich das Einzugsgebiet des Waldhausbachs, so Stefan Weiskopf. Durch den Abbau würden dann Bodenschichten fehlen, die den Wasserabfluss verzögern. Dadurch würde die Hochwassergefahr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit signifikant zunehmen, führt der Bürgermeister aus.

Er verwies darauf, dass die Gemeinde die vorgelegten Gutachten fachtechnisch und juristisch prüfen ließ. Gerade die von Holcim zur Hochwasserthematik zur Verfügung gestellten Unterlagen gingen nur unzureichend auf diese Thematik ein, so Weiskopf.

Die Gemeinde wolle mittel- bis langfristig die Quellen zur Trinkwasseraktivierung reaktivieren. Durch den Abbau der Bodenschichten werde die Bildung von Grundwasser drastisch eingeschränkt oder gar verhindert.

Außerdem werde der Abfluss des Oberflächenwassers begünstigt, die Quellen könnten nicht mehr für die zukünftig beabsichtigte Trinkwassernutzung herangezogen werden, führte Stefan Weiskopf aus.

Als weiteren Punkt sieht der Gemeinderat naturschutzrechtliche Belange, gerade der speziellen Flora und Fauna auf dem Plettenberg beeinträchtigt. Durch die Süderweiterung und die Öffnung der Ostkulisse würden die Staubimmission, der Anlagen- und Verkehrslärm sowie durch die Sprengungen die Lebensqualität der Hausener beeinträchtigt.

„Wir haben uns viel Arbeit gemacht und sind unseren Aufgaben nachgekommen“, kommentierte Gemeinderat Gregor Sieber die Ausführungen des Bürgermeisters.

Ruth Egelkamp bat darum, dass der am 7. Mai stattfindende Erörterungstermin spätnachmittags oder abends stattfindet. „Ich nehme die Anregung auf“, antwortet Stefan Weiskopf. Er werde deshalb beim Landratsamt vorsprechen.

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