18.02.2019

Leserbrief

Transparenz und Fachkompetenz sind erforderlich

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Beim Lesen des Berichts vom 14. Februar im ZAK zum Thema „Plettenbergabbau durch Holcim“,möchte man seinen eigenen Augen nicht trauen. In seiner letzten Sitzung am 13. Februar bringt der Gemeinderat Balingen brisante Transparenz in das Holcim-Thema. Damit erhalten auch die Bürger von Dotternhausen dankenswerterweise aktuelle Informationen, die ihnen die Bürgermeisterin bisher vorenthalten hat. Die Bürger in den Gemeinden rund um den Plettenberg setzen sich seit mehreren Jahren für einen „verträglichen Kalksteinabbau“ auf dem Plettenberg und für saubere Luft in der Region ein und erfahren jetzt vom Gemeinderat Balingen, dass der Abbau einschließlich der Bergkulisse seit mehreren Jahrzehnten seitens der Gemeindeleitung Dotternhausen und dem Landratsamt, mit Holcim vertraglich geregelt ist. Damit hätten Bürgermeisterin Adrian und Landrat Pauli die Bürger im Zollernalbkreis über mehrere Jahre an der Nase herumgeführt.
Auf dieser Grundlage kehrt in einer Gemeinde keine Ruhe ein. Mit einem umweltbelastenden Zementbetrieb am Dorfrand mit den Problemen Naturzerstörung, Müllverbrennung, Verschmutzung der Atemluft und so weiter ist die Gemeindeleitung Dotternhausen, zusammen mit dem Landratsamt, offenbar total überfordert. Mit der Zementindustrie ist das Risiko für die Gemeinden bei Langfristverträgen wegen aktualisierter Gesetzesvorschriften extrem groß. Die „Zement-Lobbyisten“ leisten im Sinne der Industrie „gute Arbeit“. Dennoch und gerade deswegen sind die Kommunalpolitiker verpflichtet, die Bürger umfassend und wahrheitsgemäß einzubinden und sich auch für deren Interessen einzusetzen. Bei den vorgenannten noch weitgehend ungelösten Problemen macht die vom Landratsamt (Bauamt) für den 7. Mai geplante Erörterung mit den Gemeinden zur Erweiterung des Steinbruchs zu diesem Zeitpunkt noch keinen Sinn.
Die Bearbeitung und Regelung aller noch offenen Punkte, einschließlich dem Problem Luftschadstoffe (EU-Vorschrift), müssen wegen der weitreichenden Komplexität kurzfristig Thema der „Obersten Rechtsaufsichtsbehörde BW“ werden. Vielleicht ist es noch nicht zu spät. Hierbei könnte das frühere Balinger Ratsmitglied, die heutige Wirtschaftsministerin Frau Dr. Hoffmeister-Kraut den BIs im Zollernalbkreis und den betroffenen Gemeinden unter Umständen sehr behilflich sein. Bei entsprechender Transparenz und dringend erforderlicher Fachkompetenz würde damit Kommunalpolitik im Zollernalbkreis für die Bürger wieder glaubwürdig.
Helmut Gimbel
Schafbergweg 1
Dotternhausen

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