Die Lage ist nicht rosig

Winterlingen, 29.01.2019

Die Finanzlage ist nicht rosig in Winterlingen

Der Haushalt der Gemeinde Winterlingen für das Jahr 2019 ist beschlossene Sache. Unterm Strich wird wohl ein Minus von 436 000 Euro stehen.

von Anne Retter  

Der Gemeinderat debattierte am Montagabend über diverse Aspekte, verabschiedete den Haushaltsplan dann aber einstimmig. Unterm Strich wird zum Jahresende voraussichtlich ein Minus von fast 436 000 Euro stehen. Kreditaufnahmen sind nicht geplant, wohl aber Investitionen von über drei Millionen Euro.

Das Naturbad gehört mit zu den Projekten, in welche die Gemeinde investiert.
Das Naturbad gehört mit zu den Projekten, in welche die Gemeinde investiert. Foto: Gudrun Stoll

Am meisten Geld fließt in Personalkosten (3,7 Millionen), die Gebäudeunterhaltung (338.750 Euro), die Gebäudebewirtschaftung (500.000 Euro) und Geschäftsaufwendungen.

1,9 Millionen Euro zahlt die Gemeinde als Umlage an das Land, 2,34 Millionen an den Kreis. Bei den Zinszahlungen rechnet Winterlingen mit Ausgaben von knapp 63.000 Euro. Dazu kommen Tilgungsleistungen von 155.200 Euro.

Personalausgaben steigen

„Die Personalausgaben liegen höher als im Vorjahr“, bestätigte Bürgermeister Michael Maier. „Dies ist überwiegend durch tarifliche Lohnsteigerungen bedingt, aber auch durch Neueinstellungen im Kindergarten Steigleweg. Wir sind als Gemeinde hier einer der größten Arbeitgeber.“

Auf Seiten der Einkünfte sind es insbesondere Steuereinnahmen und Zuweisungen, die das Gemeindesäckel füllen: Mit fast vier Millionen Euro aus Einkommensteueranteilen rechtet Winterlingen für 2019.

Gut 2,5 Millionen Euro sollen aus Schlüsselzuweisungen im Rahmen des Finanzausgleichs dazukommen. Fast 286 000 Euro erwartet die Gemeinde aus Familienausgleichsleistungen. Bei der Gewerbesteuer ist die Prognose schwierig: Lag sie 2017 mit fast 2,03 Millionen Euro deutlich über dem Aufkommen der Vorjahre, gab es in 2018 einen Rückgang.

Für 2019 geht Winterlingen deshalb von etwa 1,7 Millionen Euro aus. Die Gemeinde möchte einen Zahlungsmittelüberschuss von 331.400 Euro erwirtschaften. Damit könnten die Tilgungsleistungen von 155.200 Euro finanziert werden, was für Winterlingen bedeutet, dass der Haushaltsplanentwurf genehmigungsfähig ist.

Die Investitionen

Das geplante Investitionsvolumen liegt bei rund 2,3 Millionen Euro. Insbesondere in Schulen und Kindergärten, Frei- und Hallenbad, die Mehrzweckhallen, Grundstücksmanagement, Straßenbeleuchtung und Straßen fließen die Mittel.

Die größten Maßnahmen sind die Schulhofneugestaltung an der GWRS und die Erschließung der Seniorenwohnanlage mit je 250.000 Euro Planansatz.

In die Herstellung der Weinstetter Straße nebst Kanalarbeiten sollen insgesamt 430.000 Euro investiert werden. 200.000 Euro werden in die Mehrzweckhalle Harthausen gesteckt; für die Umsetzung des Brandschutzkonzepts an der Realschule wird dieselbe Summe veranschlagt.

Zusammengefasst rechnet Winterlingen für 2019 mit Erträgen von rund 14,7 Millionen Euro. Dem stehen Ausgaben von 15,1 Millionen Euro gegenüber.

Bürgermeister Maier prognostiziert: „Wir werden Ende 2019 finanziell ein ordentliches Jahr hinter uns haben. Wir werden liquide Mittel und einen genehmigungsfähigen Haushalt nebst Zahlungsmittelüberschuss vorweisen können.

Die Finanzlage ist dennoch nicht rosig; ich gehe auch davon aus, dass es mit den Steuereinnahmen nicht so positiv weitergehen wird wie bisher“.

 

Die Steuerkraft der Gemeinde liegt deutlich unter dem Durchschnitt

Rückschau Ein Blick auf das vergangene Jahr zeigt: Der erste doppische Ergebnishaushalt weist im Ergebnis ein Minus von 615 870 Euro aus. Auch für 2019 rechnet die Gemeinde mit einem Minus von 436 000 Euro. Der Schuldenstand, 2011 noch bei satten 4,8 Millionen Euro, schrumpft kontinuierlich: Auf 1,4 Millionen Euro soll er sich in 2019 belaufen.

Rahmen Die Eckdaten der Gemeinde bilden den Rahmen der Haushaltsplanung: Etwa 5000 Hektar Markungsfläche und 6400 Einwohner hat die Gemeinde Winterlingen inklusive aller Ortsteile. Pro Kopf liegt die Steuerkraftsumme bei rund 1335 Euro. Diese Zahl dient als Bemessungsgrundlage für die Finanzausgleichs- und Kreisumlage. Die durchschnittliche Steuerkraftsumme der Gemeinden des Landes wird 2019 auf 1564 Euro je Einwohner geschätzt; Winterlingen liegt also deutlich unter dem Durchschnitt.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.
counter