24.01.2019

Leserbrief

Zweifel sind angebracht

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Zu: „Ratshausen und Hausen lassen Holcim-Gutachten überprüfen“ vom 22. Januar 2019 und „Plettenberg-Gutachten wirft Fragen auf“ vom 5. Oktober 2018.
Was kann man noch tun, um die Ansicht des Plettenbergs von Ratshausen aus zu retten?
Um die Standsicherheit des Bergtraufes zu gewährleisten sollte ein Sicherheitsabstand von 400 Metern von der eventuellen Süderweiterung bis zum Trauf stehen bleiben. Das bedeutet, maximal nicht mehr als vier Hektar Abbaufläche zu genehmigen. Abschiebeflächen sollten in zwei Abschnitten von etwa zwei Hektar genehmigt werden.
Die Abzäunungen darf nicht die eventuell ganze genehmigte Fläche, sondern immer nur ab- schnittsweise erfolgen. Sie wäre so der Öffentlichkeit noch länger zugänglich. Die Risiken für Ratshausen werden minimiert.
Beim Abbau des zweiten Abschnitts ist darauf zu achten, dass die Renaturalisierung mit eingeplant wird. Das bedeutet, es dürfen keine Steilwände von 60 Metern Höhe entstehen, sondern es muss eine Abböschung von 25 Prozent eingehalten werden (zur Hangsicherheit).
Die verbleibende Restfläche mit einem ungefähren Abstand von 400 Metern bis zur Abhangkante sollte so schnell wie möglich unter Naturschutz gestellt werden. Dies sollte unverzüglich geschehen. Ein gewisser Schutz für die Plettenberg-Kulisse würde so entstehen.
Die rund vier Hektar Abbaufläche reichen bei der momentanen Abbaugeschwindigkeit keine 20 Jahre aus.
Es ist nicht nicht auszuschließen, dass auch spätere Generationen vielleicht von der Touristik leben müssen. Die Industrienorm 4.0 sowie die Vernichtung der Autoindustrie werden auch in unserer Gegend deutliche Spuren hinterlassen.
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass auf die Holcim-Gutachten nicht immer Verlass ist. Zweifel sind deshalb angebracht. Dann ist es allerdings zu spät. Standsicherheit des Albtraufs, Versiegen oder Verschütten der Plettenbergquellen sind die Risiken für unsere Gemeinde. Die Gutachter werden im Krisenfall nicht zur Rechenschaft gezogen.
Unseren Nachkommen sind wir es schuldig, den Erhalt unseres schönen Oberen Schlichemtals zu bewerkstelligen und zu forcieren. Wir sollten nicht für einen multinationalen Konzern unsere ein- zige Ressource preisgeben beziehungsweise in Gefahr bringen, nur damit eine Handvoll Aktionäre ihre Vermögen vergrößern können.
Von den Behörden haben wir keine Hilfe zu erwarten. Sie vertreten nicht unsere Interessen – leider
Bei allen Überlegungen sollte außerdem bedacht werden, dass der Abbau auf dem Plettenberg endlich ist. Was passiert, wenn die genehmigten Flächen abgebaut sind? Holcim ist bestimmt mit der geplanten Abbaufläche nicht zu- frieden. Wenn wir wollen, dass Holcim alles abbauen darf, müssen wir nichts weiteres unternehmen. Dann geht es seinen Gang.
Hubert Eppler
Silcherstraße 4
Ratshausen

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