18.01.2019

Leserbrief

Alles nur Marionettentheater

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Die Rollen der Politiker sind gut verteilt. Das was Verkehrsminister Scheuer für die Autoindustrie in der Dieselaffäre darstellt, zeigt sich bei uns in ähnlicher Weise mit Holcim und den Kommunalpolitikern. Bürgermeisterin Adrian, Landrat Pauli und das Regierungspräsidium (RP) machen auf die Bürger den Eindruck, als würden sie als Marionetten für Holcim tätig sein. Leider spielt der Gemeinderat in dieser Rolle ebenfalls mit. Intendant in diesem Theater ist die Geschäftsleitung der Firma Holcim.
Zugegeben, der Konzern ist mit seiner Produktionsplanung kein leichter Partner. Einige Vorgänge der letzten ca. drei Jahre machen dies deutlich:
- Der Investitionsaufwand für die Abgasreinigung bei Holcim wird möglichst gering gehalten. SCR-Filterlagen für bessere Luft im Zollernalbkreis sind laut RP Tübingen nicht notwendig!
- Bürgermeisterin und Gemeinderat haben Ende 2016 beschlossen, die maximale Abbaugrenze von zusätzlich 20 Hektar mit Holcim neu zu regeln. Im Februar 2017 haben die Bürger von Dotternhausen mit Bürgerentscheid und deutlicher Mehrheit gegen diese Absicht der Gemeindeleitung gestimmt. Das Ergebnis wird bis heute ignoriert.
- Landrat Pauli versuchte mit Hilfe eines Mediators, die Dialogfähigkeit in der Gemeinde wiederherzustellen. Die Bürgermeisterin bricht das Gespräch mit den Bürgern nach kurzer Zeit ab. Die Ratsmitglieder (Vertreter der Bürger!) schließen sich dem Verhalten der Bürgermeisterin an.
- Am 24. November 2017 erklärt Landrat Pauli Holcim in der Presse die Kriterien für den langfristigen Plettenbergabbau, über die 8,8 Hektar hinausgehend.
- Im November 2018 lädt das Landratsamt die Bürger zu einer Infoveranstaltung für den 7. Mai 2019, (10 Uhr!) ein. Korrigierte Zielvorstellungen oder Vorschläge der Kommunalpolitiker gemäß des Bürgerentscheids 2017 bleiben ignoriert. Die geplante Veranstaltung grenzt an Bürgerverdummung.
Im Sinne einer Verbesserung der Gesamtsituation für nachkommende Generationen bewirken Leserbriefe und einzelne Kommentare der BIs offenbar viel zu wenig. Vom Sofa oder vom Schreibtisch aus ist keine Verbesserung zu erreichen. Es wird höchste Zeit für aktive Bürgerbeteiligung, um bei sachlichem Dialog mit den Verantwortlichen dafür zu kämpfen, dass auch zukünftige Generationen in gesunder Luft und gut erhaltener Natur leben können.
Helmut Gimbel, Schafbergweg 1,
Dotternhausen

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Plettenbergabbau.

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