Rottweil, 11.01.2019

Überfall auf Bastelladen: 25-Jähriger voll geständig

Nach dem Überfall auf eine Bastelstube im Juni vergangenen Jahres wird seit Donnerstag vor dem Rottweiler Landgericht gegen den Täter verhandelt.

von Moni Marcel  

Die elfjährige Enkelin des Inhabers hatte sich vor dem maskierten und mit einem Messer bewaffneten Mann hinter der Ladentheke versteckt. Ende Juli fassten die Ermittler einen 25-Jährigen aus einer Kreisgemeinde.

Der Deutsche mit libanesischen Wurzeln war voll geständig. Er erzählt von seinem Drogenkonsum, wie er morgens mit seiner Mutter Kaffee trank und danach beschloss, auf dem Weg zum Termin bei der Suchtberatung einen Raub zu begehen. Er habe jeden Morgen Subotex, Marihuana und Ecstasy genommen.

Hintergrund der Idee sei die bevorstehende Reise der Familie in den Libanon gewesen, wo die jüngere Schwester ihre Verlobung feiern wollte.

Bei der Tat sei der junge Mann extrem benebelt gewesen. Das sagt, in anderen Worten, die Anklageschrift. Das Geld ist ihm wohl heruntergefallen, als er versuchte, es in die mitgebrachte Plastiktüte zu stecken. Dann habe er es aufgehoben, im Vorraum die Maske heruntergezogen. Und anschließend sei er ins Paracelsushaus gerannt, „wo meine Psychiaterin ist”.

Der 25-Jährige erzählte auch von der Härte des kalten Entzugs, den er dort durchmachte, und von seiner wechselhaften Karriere: nach dem Hauptschulabschluss das Berufsvorbereitungsjahr, danach ein fester Job, doch den verlor er wegen seines Drogenkonsums, eine abgebrochene Schreinerlehre, immer wieder Minijobs und Arbeitslosigkeit, dann ein Gefängnisaufenthalt zwischen 2012 und 2015. Der Prozess wird fortgesetzt.

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