09.01.2019

Leserbrief

Auch wir sind sprachlos über die Ignoranz der Behörden

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Zu: Artikel „Von wegen normaler Berg“ vom 5. Januar
Die Bürgerinitiative Hausen am Tann hatte zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, um darzulegen, dass der Plettenberg für die nachfolgenden Generationen zu erhalten sei. Die Argumentation von Hans Edelmann und von Paul Dannecker, im Hinblick auf den Naturschutz und ihre Erfahrungen mit dem Regierungspräsidium Tübingen und dem Landratsamt in Balingen, gleichen denen, die wir als Bürgerinitiative Windkraft Bitz/Winterlingen auch machen.
Jeder, der zum Beispiel die Verordnung zum Naturpark Oberen Donau liest, kann das Regierungspräsidium nur loben. Geradezu literarisch wird unser Landstrich beschrieben und dabei überdeutlich erklärt, dass diese Verordnung dazu erstellt wurde, um „unsere einmalige Landschaft und Natur zu schützen“. Von der selben Behörde wird, trotz unzähliger Einwände und Sachargumente, die Planung zum Bau von sieben Windrädern genau in diesem Gebiet befürwortet.
Die Parallelen mit dem, was um den Plettenberg herum geschieht, sind bei der geplanten Windindustrieanlage Winterlingen/Bitz, offenkundig. Auch wir müssen feststellen, dass unvollständige Gutachten, nicht erfasste Horst- und Brutplätze von Greifvögeln, mehr als mangelhafte Artenschutzgutachten und falsch kartierte Wasserschutzzonen die Bauanträge der Planer „schmücken“. Unserem Ornithologen Walter Beck geht es wie Paul Dannecker. Auch seine Beobachtungen sind bisher wirkungslos geblieben. Obwohl er täglich in dem Gebiet unterwegs ist, dort Milane und Wespenbussarde nachgewiesen und 15 Horste mehr kartiert hat als der Windräderplaner, bleiben diese Fakten wirkungslos.
Walter Beck hat auch die Überflüge dieser besonders zu schützenden Greifvögel über dem Windräder-Planungsgebiet für die Bürgerinitiative dokumentiert, was den Windräderbau eigentlich verhindern muss. Wir sind hier alle genau so sprachlos über die Ignoranz der Behörden, wie es wohl auch Hans Edelmann und Paul Dannecker in der Plettenberg-Situation sind. Auch wir wollen unsere einmalige Landschaft, Fauna und Flora, für unsere Nachwelt erhalten. Die Argumentation der Genehmigungsbehörden, „es liege im öffentlichen Interesse dass sich Windräder im Wald zwischen Bitz und Winterligen drehen sollen“, stinkt geradezu zum Himmel.
Jochen Lottermoser
Bergstraße 54, Bitz

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Plettenbergabbau.

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