Es macht immer noch Spaß

Schwenningen, 08.01.2019

„Es macht immer noch Spaß“

Seit 40 Jahren informiert Wilfried Koch über Geschehnisse in seiner Heimatgemeinde Schwenningen. Für dieses Engagement wurde er geehrt.

Egal ob Vereinsjubiläum, Gemeinderatssitzungen, Konzerte, Fastnacht oder sonstige Ereignisse: Wilfried Koch war mit seiner Kamera die vergangenen vier Jahrzehnte stets an vorderster Front mit dabei.

Seit vier Jahrzehnten berichtet Wilfried Koch im ZAK über sämtliche Geschehnisse aus seiner Heimatgemeinde Schwenningen. Beim Neujahrsempfang hat ihn Bürgermeisterin Roswitha Beck dafür besonders geehrt und ihm mit einem Präsent gedankt.
Seit vier Jahrzehnten berichtet Wilfried Koch im ZAK über sämtliche Geschehnisse aus seiner Heimatgemeinde Schwenningen. Beim Neujahrsempfang hat ihn Bürgermeisterin Roswitha Beck dafür besonders geehrt und ihm mit einem Präsent gedankt. Foto: Gerd Feuerstein

Bürgermeisterin Roswitha Beck nutzte den Neujahrsempfang, um den nebenberuflichen Lokaljournalisten im Beisein vieler Besucher und Gäste für seinen 40-jährigen Einsatz im Interesse der Gemeinde, der vielen Vereine, Firmen und Einrichtungen sowie aller Bürgerinnen und Bürger auszuzeichnen.

Es seien die damals zuständigen Lokalredakteure des regionalen Zeitungen gewesen, die Wilfried Kochs Talent erkannt hatten und ihn überredeten, nicht nur über den Schwenninger Tennisclub zu schreiben, sondern die komplette Berichterstattung für sein Heimatdorf zu übernehmen. Hatte Koch doch in den Monaten zuvor als zuständiger Pressereferent für den anno 1978 gegründeten Tennisclub interessante Berichte aus dem Vereinsleben an die Redaktionen geschickt.

„Anfangs habe ich noch im Wohnzimmer auf einer alten Adler-Schreibmaschine in die Tasten gehauen“, erinnert sich Koch und erzählt, dass er für die Durchschläge seinerzeit noch mit Blaupapier gearbeitet habe: „Kopierer und Computer waren Anfang der 80er Jahre noch Fremdworte“, sagt er schmunzelnd. Nicht viel anders sei es mit Bildern gewesen: „Fotos wurden mit einem Schwarz-Weiß-Negativfilm aufgenommen und beim Fotografen in Stetten a.k.M. entwickelt“, erzählt Koch.

Die Bilder wurden dann zusammen mit den Texten per Post verschickt. Wenn es schnell gehen musste, seien er oder seine Frau „mit dem Auto nach Albstadt zum ZAK“ gedüst. Irgendwann habe seine Frau sogar angefangen, die Filme zu Hause selbst zu entwickeln. Einen großen Fortschritt habe die Anschaffung seines ersten

Fax-Gerätes mit sich gebracht: „Endlich konnte ich Text oder dringende Todesanzeigen auf diesem Weg an die Redaktion übermitteln“, freut er sich noch heute. Ende der Neunziger seien dann die anfangs noch sehr teuren Computer erschwinglicher, und das Internet im Laufe der Jahre immer wichtiger geworden. „Schwuppdiwupp landeten Texte nun per Mail an der richtigen Stelle“, sagt Koch. Und dann sei mit der digitalen Fotografie „schon die nächste Revolution“ gekommen: „Der Kauf teurer Filme und das Entwickeln fielen von einem Tag auf den anderen weg“, plaudert Koch und fügt hinzu, dass in den Blättern nach und nach Farbbilder Einzug hielten. Doch die Zeit sei auch seitdem nicht stehen geblieben: „Die Anforderungen an mich und meine schreibenden Kollegen sind ständig gestiegen“.

„Immer schneller und immer ausführlicher“ laute das Motto, wobei die Online-Berichterstattung zunehmend an Bedeutung gewinne: „Und trotzdem macht es mir immer noch Spaß“, sagt er, obwohl er inzwischen Hunderte Hauptversammlungen oder Gemeinderatssitzungen besucht hat. Seit er pensioniert sei, könne er vieles noch besser koordinieren, erzählt Koch, der noch lange nicht ans Aufhören denkt.

Ganz im Gegenteil: „Solange ich fit bleibe und mich die Schwenninger weiter so unterstützen wie in den vergangen vier Jahrzehnten - wofür ich im Übrigen sehr dankbar bin - bleibe ich bis auf weiteres am Ball“.

Dass dies ganz im Interesse von Schwenningen ist, brachte Bürgermeisterin Roswitha Beck unter dem Beifall der vielen Zuhörer am Ende ihrer Laudatio zum Ausdruck: „Lieber Wilfried: wir hoffen, dass wir Dich noch lange in dieser Funktion haben. Mache weiter so“.

Der junge Chronist.
Der junge Chronist.

Neben dem Schreiben kommen Sport, Musik und die Enkeltochter nicht zu kurz

Vita Wilfried Koch lebt noch heute in dem Haus, in dem er am 3. März 1956 das Licht der Welt erblickte. Nach dem Besuch der Realschule absolvierte er die Ausbildung zum Beamten des mittleren nichttechnischen Verwaltungsdienstes bei der Bundeswehrverwaltung in Stetten a.k.M. Ende 2017 wurde er auf eigenen Wunsch in den Ruhestand versetzt. Anfang 1992 bezog Koch sein neues Büro im umgebauten Haus. Alles war neu. Nur die mechanische Schreibmaschine musste weiter herhalten, bis der erste Computer Einzug in seinem Büro hielt.

Freizeit Seine Hobbys sind Singen, Musik, Radfahren, Fußball und Handball. Am allerliebsten beschäftigt er sich mit Enkeltochter Lena. Seine Zukunftswunsch: „Gesundheit für meine Familie, viele gute Begegnungen und noch viele Berichte von Schwenningen schreiben zu dürfen“.

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