14.12.2018

Leserbrief

Glaubwürdigkeit sieht anders aus

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Zu: „Ans Aufgeben denkt auf dem Geißbühl noch keiner“ vom 12.12.
Zwischen Wort und Tat klafft eine hässliche Kluft. Das Wort ist zwölf Monate alt. Vor fast genau einem Jahr hatten die Kreisverbände von CDU, Grünen, SPD, FWV, FDP und der Linken in der Nachnutzung des ehemaligen Kasernengeländes Geißbühl den Schulterschluss demonstriert. In erfreulicher Einigkeit forderten sie das Land Baden-Württemberg dazu auf, Meßstetten bei der Nachnutzung des Geißbühls mit allen Kräften zu unterstützen.
Die Tat trägt sich in der letzten Kreistagssitzung zu. Da schlägt Landrat Günther-Martin Pauli Anfang Oktober in seiner Haushaltsrede vor, er wolle, sofern der Kreistag mitziehe, Teile der Kreisbehörde auf den Geißbühl auslagern. Zum einen, weil im Landratsamt Raumnot herrscht, und zum andern, um die Damen und Herren im Stuttgarter Landtag an ihre Verantwortung zu erinnern. Dass vor einem Jahr der gesamte Kreistag einen gemeinsamen Appell verfasste und die Verantwortlichen in der Landesregierung aufforderte, Meßstetten zu unterstützen und jetzt auf einmal nur noch die CDU-Fraktion den vernünftigen Vorschlag von Landrat Pauli gut heißt, gibt den ehemals gemeinsamen Appell der Lächerlichkeit preis.
In diesem Fall hätten zumindest der ehemalige Meßstetter Rathauschef Lothar Mennig und der aktuelle Meßstetter Stadtrat Oliver Rentschler zu ihren gemachten Zusagen stehen und ein Machtwort sprechen müssen und sich nicht so offensichtlich gegen Meßstetter Interessen zu stellen. Heute so, morgen so und übermorgen wieder anders.
Politische Glaubwürdigkeit sieht anders aus. Das Kasperletheater von Grünen, SPD, FDP, FWV und der Linken in Sachen Geißbühl ist eine Steilvorlage für die CDU, mit deren Hilfe sie sich als die überzeugendere und vor allem zuverlässigere Partei für die anstehenden Wahlen anpreisen kann.
Lothar Gerstenecker
Friedrich-Hölderlin-Weg 4
Meßstetten

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