12.12.2018

Leserbrief

Wer hat vor Weihnachten Zeit, sich dem Verfahren zu widmen?

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Das unendliche Thema Holcim-Plettenberg findet seine Fortsetzung. Wie nun das Genehmigungsverfahren zum weiteren Abbau auf dem Plettenberg vorangetrieben wird, ist höchst fragwürdig. In unzähligen Leserbriefen haben sich pflichtbewusste Bürger schon zum Verhalten von Holcim und Genehmigungsbehörden, wie Landratsamt, Regierungspräsidium, Regionalverband, Bergbauamt und vor allem der Gemeinde geäußert.
Gemeindevertreter wie Bürgermeisterin und Gemeinderat beraten und beschließen viel geheim. Bürgerfragen sind stark eingeschränkt, zugesagte Bürgerversammlungen werden nicht abgehalten. Die Mediation-Gesprächsdialoge mit der Bürgerinitiative werden von der Gemeinde abgebrochen. Gegen positive Bürgerbegehren wird mit hohem Aufwand anwaltlich vorgegangen.
Ohne ein erklärendes Wort seitens der Gemeinde erscheint nun im Mitteilungsblatt vom 28. November der Hinweis, dass der Antrag von Holcim für das Genehmigungsverfahren zum weiteren Abbau und Rekultivierung auf dem Plettenberg vom 13. Dezember 2018 bis 25. Januar 2019 auf dem Rathaus ausliegt. Dieser Termin kommt vom Landratsamt. Dies ist ein Zeitraum vom 44 Tagen. Davon ist jedoch das Rathaus an 22 Tagen wegen Feiertagen und Wochenenden etc. geschlossen. Wer hat in der hektischen Vorweihnachtszeit zudem Muße, sich diesem umfangreichen und zeitaufwendigen Verfahren zu widmen? Der Antrag von Holcim lag dem Landratsamt schon seit 28. Juni 2018, also bereits seit sechs Monaten vor. Was dahinter steckt, darf jeder selbst vermuten.
Dies alles sind Marksteine und Strategien, die einem Ziel dienen, dem Antrag möglichst uneingeschränkt stattzugeben. Getreu der Aussage unserer Rathausverantwortlichen: „Wir vertrauen Holcim, die werden schon alles richtig machen“. Die Hürden-Unterlagen, die für die Bürger aufgebaut werden, sind nur mit riesigem Aufwand an Zeit und Fachkenntnis zu überschauen und gegebenenfalls darauf Einfluss zu nehmen. Zusätzlicher zeitlicher Druck erschwert dies ungemein.
Ich bin Mitgründer des NUZ und wir setzen uns für Gerechtigkeit und eine lebenswerte Zukunft für uns und unsere Nachkommen ein. Ob dies unsere Verantwortlichen in Gemeinde und sonstiger Verwaltung ebenfalls so sehen, stelle ich stark in Frage. Obwohl sich diese stets als loyal und verantwortungsbewusst darstellen. Viele Beispiele sprechen eine andere Sprache.
Günter Schäfer
Johann-Sebastian-Bach-Straße 15
Dotternhausen

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Plettenbergabbau.

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