12.12.2018

Leserbrief

Warum wird über Anti-AfD-Veranstaltung in Ebingen nicht berichtet?

Zu: Fehlender Beitrag über Infostand „Albstadt bleibt bunt“

 

Mit Erstaunen muss ich feststellen, dass der ZOLLERN-ALB-KURIER es nicht für nötig hält, über eine Veranstaltung am vergangenen Samstag in der Ebinger Innenstadt zu berichten. Zum wiederholten Male rief die von Jugendlichen initiierte Gruppe „Albstadt bleibt bunt“ zum Protest gegen einen AfD-Infostand auf. Was zuvor still war, wurde durch das offene Mikrofon nun laut. So nahmen zahlreiche Menschen die Gelegenheit wahr, mit Redebeiträgen der AfD den Spiegel vorzuhalten. Unter anderem wurden aus dem AfD-Programm Aussagen über das Frauenbild zitiert, was für helle Empörung sorgte.

Ein Daimler-Arbeiter berichtete spontan über die arbeiterfeindliche Einstellung der AfD zur IG Metall, die diese am liebsten abschaffen würde – immerhin zählt diese Gewerkschaft 2,9 Millionen Mitglieder – was ist das für ein Demokratieverständnis ? Mit dem Standpunkt zum Klimawandel befasste sich ein Beitrag der Umweltgewerkschaft. Die Jusos, die MLPD, die Grünen, die Linke und die Gemeinderätin von ZUG Albstadt leisteten weitere Redebeiträge – um nur diese zu nennen. Sehr engagiert und mitreißend waren die Reden von zwei jungen Vertreterinnen von „Albstadt bleibt bunt“.

Schließlich wollen sie ihre Zukunft gestalten und da ist für eine solch reaktionäre, frauen- und ausländerfeindliche Partei kein Platz. Hervorzuheben ist, dass sich dieses Mal viele gesellschaftliche Gruppierungen am Protest beteiligten, was für eine breite Ablehnung der AfD steht. Zahlreiche Passanten blieben stehen und so kamen über 70 Menschen zusammen. Wie kann es sein, dass ein solch bemerkenswertes Ereignis in Ihrer Zeitung keinen Niederschlag findet, während ansonsten jeder Tischtennisball, der übers Netz fliegt erwähnt wird?

Andreas Krebel

Längenfeldstraße 2

Balingen

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