12.12.2018

Leserbrief

Ein einmaliges Kleinod der Schwäbischen Alb

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
„Lest keine Zeitung mehr! Ihr tötet den Wald!“ Gewiss, jeder Vergleich hinkt, auch dieser: Der Wald (und damit das Papier) wächst nämlich nach. Der Plettenberg aber leider nicht. Die Sorge der Betroffenen ist, dass da jemand mit diesem einmaligen Kleinod der Schwäbischen Alb umgeht, als hätte er ein solches gleich noch mal unten im Keller, hat es aber leider nur nicht.
Natürlich braucht jeder von uns den Zement zum Häuslebau, gar keine Frage! Und dagegen wird sich wohl auch kein vernünftiger Zeitgenosse wehren, auch nicht gegen all' die vielen ehrbaren Leute, die Zement herstellen.
Das alles ist ja auch gar nicht das Problem. Jedoch: 'Der Plettenberg' ist nämlich gar kein monolithisches Massiv, sondern ein in Jahrmillionen aufgebautes, wohlgeordnetes – daher aber eben auch zerbrechliches – Gebilde von Gesteinsformationen aus dem Jurameer. Und der Malm, diese obere Deckschicht aus Massenkalk, die da so unbekümmert abgebaut, heruntergeholt und zu solch hochwertigem Ölzement zerbrannt wird, sie ist wie der Deckel auf dem Topf: Wer den Deckel unbedacht und unmäßig lupft, verbrüht sich und anderen die Finger.
Im Jahre 1980 kam ich als Konrektor an die Schlossbergschule nach Dotternhausen, und der Inhaber und Betreiber des Zementwerks Rohrbach, Gerhard Rohrbach, ein Industrieller mit Augenmaß, ein Mäzen für alle und für alles, zuerst jedoch für die Gemeinde. Unvergessen bleiben mir auch jene abendlichen Auftritte und Darbietungen aller der Künstler von Weltrang, die Herr Rohrbach hierher in die doch ganz schlichte Festhalle von Dotternhausen holte. Der Plettenberg ist eben nicht nur Mutter Erde, die liefert allenfalls Lehmziegel und Dachbedeckung. Unser Plettenberg ist ein einmaliges Reservat und Refugium für diese durch solch extremen, unbedachten Raubbau an dieser einmaligen Landschaft hoch gefährdeten Geschöpfe von Flora und Fauna auf den Roten Listen. Umweltnutz und Umweltschutz dürfen doch kein Widerspruch sein, Platz müsste eigentlich für alle sein, für den Zementkübel wie auch für die Heidelerche. Schließlich wollen wir doch demnächst zum Mars fliegen.
Wilhelm Isert
Hainbuchenstraße 2
Balingen

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Plettenbergabbau.

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