Ein klangvoller Einstieg in den Advent

Albstadt-Ebingen, 10.12.2018

Ein klangvoller Einstieg in den Advent

Joe Mumm, Posaune, und Hans-Peter Merz, Orgel, musizierten gemeinsam in der Thomaskirche.

von Ute Büttner  

Wie es Tradition ist, fand am 1. Advent in der Thomaskirche eine geistliche Abendmusik statt. Hans-Peter Merz hatte hierfür den Posaunisten Joe Mumm gewonnen.

Joe Mumm (rechts) und Hans-Peter Merz waren bestens aufeinander eingespielt.
Joe Mumm (rechts) und Hans-Peter Merz waren bestens aufeinander eingespielt. Foto: Ute Büttner

Das Programm umfasste Werke vom Barock mit Händel und Marcello bis in die neueste Zeit mit dem Ungarn Frigyes Hidas. Ein Beginn mit Leopold Mozarts „Concertino D-Dur“. Fröhlich leitet die Orgel das Allegro ein, die Posaune beendet mit einer Kadenz diesen ersten Satz.

Das folgende Adagio, klingt wie ein gemeinsam gesungenes Lied. Ein gemessenes Menuett bildet den Abschluss. Schon hier zeigt sich, wie treffend die Instrumente in der Klangfarbe abgestimmt sind.

Als Kontrast das „Domine, dona nobis pacem“ von Frigyes Hidas (1928 – 2007). Die Posaune scheint zu reden, ernst in Moll, wiederholt sich, steigt wie aufgewühlt im Ton. Auch das „Hosannah“ von Franz Liszt klingt anders, als man vielleicht vom Titel her erwartet.

Majestätisch hebt die Orgel an, pathetisch steigt die Posaune ein, die Instrumente vereinen sich zu einem mächtigen Choral. Mit Händels „Sonata a-moll“ geht es zurück zum Barock. Ein Larghetto leitet über zum lebhaften Allegro, ein schreitendes Adagio bereitet auf das Allegro vor.

Ein „Konzertstück“ von Alexandre Guilmant (1837 – 1911) führt in die neuere Zeit. Orgel und Posaune sind Partner, zitieren aus „Macht hoch die Tür“, wechseln die Klangfarbe, setzen sich als Einzelstimme ab, werden disharmonisch und enden sanft. Zurück zum Barock mit „Sonata a-moll“ von Benedetto Marcello. Die Orgel ist nicht nur Begleiter, die Instrumente scheinen zu tanzen.

Zwei Choralbearbeitungen für Orgel solo runden das Programm ab. „Nun komm, der Heiden Heiland“ von Johann Gottfried Walther, einem „Experten“. Im ersten Teil erscheint der Choral in Bruchstücken, die zwischen Manual und Pedal wechseln, im zweiten Teil klingt der ganze Choral, mächtig der dritte Teil, mit dröhnendem Choral im Bass, überlegt von strahlenden Mixturen.

Ein Kontrast dazu wieder die „Adventspastorale“ über „Macht hoch die Tür“ von Emil Weidenhagen (1862 – 1922). Wechselnde Register, der Choral ist eingearbeitet, Einzelstimmen heben sich ab, Disharmonien machen die Aufforderung „Macht hoch“ richtig drängend, ein ruhiger Schluss.

Lauschen und Staunen

Zum Adventskonzert gehört die Gemeinde. Pfarrerin Marlies Haist begrüßt mit Psalm 24. Die Gemeinde sang zwischen den Konzertstücken. Marlies Haist schloss mit einem Segen an die, „die Ihr warten könnt, die Ihr lauschen könnt, die Ihr staunen könnt, die Ihr glauben könnt.“

Das Publikum lauschte den gut ausgesuchten Konzertstücken und staune, wie vielfältig in Tempo, Legato, Staccato, Klangfarbe Joe Mumm und Hans-Peter Merz ihre Instrumente bespielen. Es war ein wunderschöner, klangvoller Einstieg in den Advent.

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