09.10.2018

Leserbrief

Andere Gesetze für Plettenberg?

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Zu: „Naturfrevler könnte Freiheitsstrafe drohen“ vom 2. Oktober auf unserer ZAK-Seite
Anfang Oktober konnte der Presse entnommen werden, dass ein Landwirt bei Albstadt mit seinem Traktor einen Biberbau zerstört hat. Da es sich beim Biber um streng geschützte Tiere handelt, hat das Landratsamt Zollernalbkreis umgehend die Polizei eingeschaltet, um den Täter zu ermitteln. Auch die Staatsanwaltschaft Hechingen hat sofort geprüft, ob wegen der Tat in einem Strafprozess verhandelt oder ein Strafbefehlsverfahren wegen eines Vergehens nach dem Bundesnaturschutzgesetzt durchgeführt wird. Soweit zu diesem Verfahren.
Naturliebhaber des Plettenbergs in Dotternhausen wundern sich, warum auf dem Plettenberg anscheinend andere Gesetze gelten. Auf dem Plettenberg ist ein Brutvorkommen der Heidelerche nachgewiesen. Bei der Heidelerche handelt es sich ebenfalls um eine streng geschützte Art, die auf der aktuellen Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten aufgeführt ist. Holcim hat trotz Hinweisen von Naturschützern Sprengungen im Bereich der Brutvorkommen durchgeführt um die Heidelerche zu vergrämen. Holcim hat zusammen mit dem Schwäbischen Albverein Rodungsmaßnahmen in einem Naturschutzgebiet durchgeführt, in dem ebenfalls besonders geschützte Tiere sowie Pflanzen vorhanden waren, die nun fehlen. In diesen Gebieten steht die Erweiterung des Kalksteinbruches an.
Dem Landratsamt sind diese Tatsachen bekannt. Warum hat das Landratsamt Zollernalbkreis in diesem Fall die Polizei nicht mit Ermittlungen beauftragt? Warum hat die Staatsanwaltschaft Hechingen das Verfahren eingestellt?
Für den außenstehenden Betrachter verstärkt sich immer mehr der Eindruck, dass Konzerne bei der Politik, Verwaltung und der Justiz auf Grund ihrer Lobbyarbeit mehr Rechte besitzen als der kleine Mann. Der Dieselskandal sei dabei nur am Rande erwähnt.
Die etablierten Parteien in unserem Staat brauchen sich nicht zu wundern, wenn ihnen die Wähler das Vertrauen versagen. Die Wähler sind nicht ganz so dumm, wie sie von den Politikern gehalten werden.
Otto Scherer
Zinkenstraße 6/2, Dotternhausen

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