12.09.2018

Leserbrief

Ohnmacht der Regierenden

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
So bedauernswert der gewaltsame Tod eines Menschen auch ist, ein Frontalangriff auf alles Fremde in diesem Lande ist unserer Demokratie nicht würdig und muss auf das Schärfste verurteilt werden. Allerdings die Häufigkeit der Tötungsdelikte, ausgeführt von dem bei uns schutzsuchenden Personenkreis, beunruhigt die Bevölkerung sehr und gibt Anlass zu größter Sorge. Nun geht wieder das Bild vom „hässlichen Deutschen“ um die Welt.
Politiker, diverse Verbände und Organisationen warnen lautstark vor der aufkeimenden Fremdenfeindlichkeit und den negativen Folgen für das Land, was zum Teil auch richtig ist. Dabei verschweigen sie zu gerne, dass Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus bei den hier lebenden Ausländern genauso verbreitet ist. Dies macht sich in der sich abzeichnenden Parallelgesellschaft besonders bemerkbar.
Kann man denn eine fremden- und menschenfeindliche Gesinnung noch stärker zum Ausdruck bringen als durch ein Tötungsdelikt? Um die Bevölkerung zu beruhigen, wurden schnell die Schuldigen für diese Eskalation im Osten Deutschlands, die ihren Ursprung im Flüchtlings- und Asyldilemma hat, ausgemacht. Es sind wie immer die Sicherheitsorgane und die Parteien und Organisationen, die am rechten Rand angesiedelt wurden. Außerdem wurde ein Teil dieser Personen mit Vorbehalt unter die Beobachtung des Verfassungsschutzes gestellt. Hiermit ist das Problem für die Regierenden gelöst.
Welch ein Wunder! Dieser „Schnellschuss“ offenbart die ganze Ohnmacht der hoch dotierten Politiker in den Regierungskreisen. Somit treibt man all diejenigen, die sorgenvoll in die Zukunft blicken und die sich nicht verstanden fühlen, massenweise in die offenen Arme derer, von denen man sie unbedingt fernhalten wollte.
Gerd O. Lehmann
Rosensteinstraße 1
Onstmettingen

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