Schlusslicht sendet erstes Lebenszeichen

11.09.2018

Schlusslicht sendet erstes Lebenszeichen

Spitzenreiter Mannheim hat seine Serie ausgebaut, verteidigte mit einem Sieg beim Verfolger Steinbach Haiger Rang eins. Hinter dem Waldhof folgen Ulm und Homburg. Branchenneuling Balingen punktete in Stadtallendorf.

von Marcus Arndt  

Das Klassement in Liga vier nimmt Kontur an. Ganz oben steht weiterhin Waldhof Mannheim. Mit dem siebten Sieg in Folge bauten die Quadratstädter die Führung aus, liegen nun deutlich vor den Verfolgern.

Der erste Auswärtssieg lässt bei der TSG Balingen weiter auf sich warten, in Stadtallendorf holten die Eyachstädter am vergangenen Wochen-ende aber einen Zähler.
Der erste Auswärtssieg lässt bei der TSG Balingen weiter auf sich warten, in Stadtallendorf holten die Eyachstädter am vergangenen Wochen-ende aber einen Zähler. Foto: Eibner

„Es ist eine Frage der Mentalität“, erklärte Waldhofs Sportlicher Leiter Jochen Kientz, warum die Mannheimer beim TSV Steinbach Haiger nach einem 0:1-Pausenrückstand doch noch mit 3:1 als Sieger vom Platz gingen. Der ehemalige Waldhofer Jugendspieler darf sich ruhig mal selbst auf die Schulter klopfen, denn mit seiner Akribie bei der Kaderzusammenstellung lag er en gros richtig. Das zeigen auch die Ergebnisse. Seit der 0:1-Auftaktpleite gegen den SSV Ulm haben die Kurpfälzer neunmal gewonnen: sieben Spiele in der Liga, zwei im badischen Pokal.

Hinter dem Vizemeister wirken die Spatzen aus Ulm am stabilsten, haben die Mini-Krise mit zwei Niederlagen in Folge weggesteckt und satte neun Zähler aus den vergangenen drei Begegnungen geholt. Erneut sorgte der Ex-Erstligist in der Schlussphase für die Entscheidung. Vor einer Woche traf der kurz zuvor eingewechselte Adrian Beck in der 83. Minute zum 1:0-Erfolg der Ulmer in Elversberg. Am Samstag gegen den FC Astoria Walldorf mussten sich die 1592 Zuschauer im Donaustadion bis zur 84. Minute gedulden, ehe dann gleich zwei Joker stachen. Der wenige Sekunden zuvor eingewechselte Thomas Rathgeber passte präzise auf Nicolas Jann weiter. Der ebenfalls erst kurz zuvor in die Partie gekommene Neuzugang vom FV Illertissen netzte zum 1:0. „Meine Mannschaft hat sich nicht unterkriegen lassen“, lobte SSV-Trainer Holger Bachthaler die Moral seiner Truppe, räumte aber unumwunden ein: „Wir haben uns das Leben unnötig schwer gemacht.“ Sein Gegenüber Matthias Born wirkte nach nur einem Punkt aus den vergangenen fünf Spielen – und angesichts des K. o. kurz vor Schluss – frustriert: „Viel läuft derzeit gegen uns.“

Auch Eintracht Stadtallendorf steckt weiter in der Krise, kam gegen Neuling TSG Balingen nicht über ein 1:1 hinaus. Bei den Schwaben rückte überraschend Marcel Binanzer für Julian Hauser zwischen die Pfosten. „Das war so mit der Mannschaft und unseren beiden Torhütern abgesprochen“, erläuterte TSG-Kommandogeber Ralf Volkwein die Rotation, „wir haben das auch in der vergangenen Saison schon so praktiziert und gute Erfahrungen gemacht. Denn wir haben zwei sehr starke Torhüter, die in den vergangenen zwei Jahren großen Anteil an unserem Erfolg hatten. Deshalb soll jeder seine Einsätze bekommen.“

Bei den Hessen holte der Kreisstadt-Klub den zweiten Zähler auf fremdem Terrain – und es war sogar mehr möglich, doch die Balinger verpassten in Durchgang eins den zweiten Treffer. Nach der Ampelkarte gegen Pablo Gil, der am Samstag gegen Steinbach Haiger fehlen wird, verteidigte die TSG den Punkt und rangiert noch immer an siebter Stelle (12 Zähler).

Überholt wurden die Schwaben vom 1. FC Saarbrücken (14). Das Team von Dirk Lottner hat gegen FK Pirmasens mit 2:0 gewonnen – und auf die Pleite an der Kreuzeiche die erhoffte Reaktion gezeigt. Neuzugang Fabian Eisele hatte mit seinen beiden Treffern entscheidenden Anteil am Erfolg des Meisters. „Die Tore beschreiben mich und mein Spiel“, sagte der frühere Zwickauer, „wenn man voll in die Bälle reingeht, dann gehen sie auch ins Tor.“ Damit sind die Saarländer (13) wieder oben dran, während der FC Homburg weiter schwächelt. Im Aufsteigerduell bei Hessen Dreieich kassierten die Homburger (15) eine weitere Pleite – die zweite in Folge.

Nach dem ersten Saisonsieg bleibt Dreieich in Schlagdistanz zu den Nichtabstiegsplätzen. Nur sechs Punkte liegen zwischen dem Schlusslicht und der zehntplatzierten U23 der TSG Hoffenheim (10), welche gegen die SV Elversberg mit 0:2 verloren hat. Auch der FSV Mainz 2 blieb ohne zählbaren Erfolg (2:3 gegen den VfB Stuttgart 2). „Wir haben nicht die Gier, nicht den Hunger, das Tor selber zu machen, sondern schieben die Verantwortung weiter“, haderte Nullfünfer-Coach Bartosch Gaul.

 

„Ein sehr enges Spiel zweier guter Mannschaften“

Spitzenreiter Waldhof Mannheim hat eindrucksvoll seine Aufstiegsambitionen untermauert, schaffte im Topspiel beim Verfolger TSV Steinbach Haiger noch die Ergebniswende. Nach einem 0:1-Pausenrückstand gewann der Vizemeister mit 3:1. Bernhard Trares bilanziert trotz jetzt 21 Punkten aus acht Spielen unaufgeregt. „Der Sieg ist um ein Tor zu hoch ausgefallen, denn es war ein sehr enges Spiel zweier guter Mannschaften“, so der Waldhof-Coach, „wir hatten etwas Glück, dass der Schiedsrichter den Elfmeter erkannt hat, aber danach haben wir es überragend weitergespielt.“ Verdienter Lohn für das Team: zwei freie Tage. Dann folgt die Vorbereitung auf die Auswärtspartie beim VfB Stuttgart 2. Die Cannstatter haben drei der vergangenen vier Spiele gewonnen und sich in der erweiterten Spitzengruppe etabliert. Zu dieser zählen auch die Freiburger Reserve und die Kickers Offenbach, welche heute gegeneinander spielen. „Wir wollen unsere Serie mit drei Siegen in Folge auch in Freiburg fortsetzen“, sagt Offenbachs Torjäger Jake Hirst selbstbewusst. Vor Wochenfrist fertigte der FCO im Mainderby auf dem Bieberer Berg den FSV Frankfurt mit 7:0 ab. Der kletterte nach einem 2:1-Erfolg am Samstag über Worms wieder auf einen Nichtabstiegsplatz.ar

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