11.09.2018

Leserbrief

Es war längstens abzusehen

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
„Qu. e. d.“  - „Quod erat demonstrandum“ Was zu beweisen war. Wie zufrieden, stolz und glücklich war ich, der eingeborene Schwachmathiker, wenn ich dieses Kürzel erleichtert unter eine Beweisführungskette setzen konnte, entstamme ich doch noch einer Schülergeneration, die sich freute, wenn Schulunterricht ausfiel. Heute freut sich niemand mehr, denn Unterrichtsausfall ist nicht mehr die Ausnahme, sondern eher die Regel, besonders dort, wo Bildung am spannendsten, aber auch am ertragreichsten ist, in der Grundschule. Was dort an nur einem Euro erspart wird, kann weiter oben nur durch den Einsatz des achtfachen (lückenhaft) wieder hereingeholt und repariert werden, das ist so vielfach statistisch bestätigt.
Und wer die Lehrer kaputt macht, ruiniert die Bildung der Schüler. Aber das war einem wie dem MV piepegal: Wir Lehrer waren für ihn Drückeberger, Rucksacklahme und Fußkranke, die zudem noch weitaus überbesoldet waren, seit dessen unseligen Zeiten wurde 'Lehrerbashing' durch diesen 'Schulpolitiker' hoffähig: Haut sie, wo ihr sie nur auch treffen könnt! – Und 'die tumbe breite Masse' grölte Beifall ... Aber wenn jemand von unserer Seite warnte – etwa Gewerkschaftsvertreter – wurde der nur höhnisch ausgelacht: „Natürlich!“ Doch siehe da: Zum neuen Schuljahr fehlen auf einmal hunderte von Grundschullehrern. „Quod erat demonstrandum !“, sehr geehrte Frau Dr. Eisenmann, dieses war doch aber längstens angekündigt und abzusehen ...
Wilhelm Isert
Hainbuchenstr. 2
Balingen

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.
counter