11.09.2018

Leserbrief

Spurwechsel wohin?

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Der CDU-Ministerpräsident von Schleswig-Holstein macht sich stark für einen sogenannten Spurwechsel in der Zuwanderung. Das würde bedeuten, dass nicht anerkannte Asylbewerber, die nur geduldet sind, anerkannt werden, wenn sie einen Job haben. Das Asylrecht wäre ausgehebelt. Auch soll die Vorrangregelung endgültig wegfallen, das heißt bei der Vermittlung von Jobs dürfen Deutsche nicht mehr vorrangig behandelt werden.
Kommt dieser „Spurwechsel“ tatsächlich zustande, und da besteht bei der momentanen Regierungskonstellation kein Zweifel, wäre dies das sichere Ende jeder geregelten Zuwanderung. Es wäre ein Zeichen an die Welt, kommt zu uns, wenn ihr erst mal hier seid, können wir euch nicht mehr zurückschicken. Für die Industrie und das Handwerk könnten sich natürlich Vorteile bei der Bezahlung der Spurwechsler ergeben.
Anstatt über dieses Thema nachzudenken, sollte die Regierung die 700 000 abgelehnten Asylbewerber und die 100 monatlich wieder einreisenden Migranten, die ein Einreiseverbot haben, im Blick behalten und endlich handeln. Wer aber Grenzen nicht kontrolliert, kann auch nicht sagen, wer da ist und wer gerade reinkommt.
Wir brauchen, solange dieser Zustand anhält, keinen Spurwechsel oder ein Zuwanderungsgesetz. An einheimischen jungen Leuten ohne Berufsabschluss herrscht nämlich kein Mangel. Ihnen sollte eigentlich das Hauptaugenmerk jeder Arbeitsmarktpolitik gelten.
Ebenso den Millionen an einheimischen Arbeitslosen – den offenen, wie den in allerlei „Maßnahmen“ und statistischen Trickkisten versteckten. Sie werden von den Lobbyisten in Politik und Unternehmen, die auf die Anwerbung von „Fachkräften“ aus aller Welt fixiert sind, regelrecht im Stich gelassen und vergessen! Durch so ein Gerede soll nur von wirklichen Problemen abgelenkt werden und die Spaltung der Gesellschaft wird weiter vorangetrieben.
Hartwig Wehrstein
Panoramastraße 36
Tailfingen

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