06.09.2018

Aber bitte mit Schlagobers!

Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen – dieses Sprichwort wird Goethe zugeschrieben. Was Goethe verschwieg – man kann drei Fremdsprachen relativ gut beherrschen und in Österreich trotzdem an der Speisekarte scheitern. Im Café Graf Leopold, just unterhalb des Grazer Uhrturms, blätterte ich mit knurrendem Magen durch die Speisenauswahl. Dass man in Österreich nicht einfach Kaffee trinkt, sondern einen Braunen oder einen Verlängerten mit Schlagobers bestellt, finde ich ganz charmant. Ich ging trotzdem auf Nummer sicher und bestellte einfach Cappuccino. Auch unter einem Antipastiglaserl konnte ich mir noch etwas vorstellen. Endgültig ratlos ließ mich allerdings das Angebot „Verhackert oder Grammelschmalz im Glas“ zurück. Die Googlesuche war hilfreich: Verhackert ist ein Brotaufstrich aus Speck, Grammelschmalz ist auf der Alb als Griebenschmalz bekannt. Wer die Speisekarte ins Englische übersetzt hat, war wohl trotzdem kein Goethe-Fan. Denn aus „Verhackert oder Grammelschmalz“ wurde „Verhackert or Kren (horseradish)“. Und wie das Schmalz zum Meerrettich wird, ist vermutlich ein weiteres gut gehütetes Geheimnis steirischer Küche.

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