03.09.2018

Leserbrief

Im Ländle läuft es rückwärts bei der Lehrerversorgung

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Zu: Interview in der Samstagausgabe mit Dr. Susanne Eisenmann
Liebe Landesregierung, Frau Dr. Eisenmann, jede Woche lesen wir in Print-, TV- und Onlinemedien irgendetwas über Lehrermangel. Und wie immer wird der Fehler der vorherigen Regierungskoalition zugeschoben und dass wir zusammen deren Fehler jetzt ausbaden müssen.
Ich würde mir von Ihnen endlich als gewählte Volksvertreter Nähe, Kreativität, Ideen, Innovationsvielfalt, Verantwortung und Leadership wünschen. Und nicht rhetorische Spielchen, um in jeder TV- oder Landtagsdebatte besser aussehen zu wollen als der oder die andere.
Wir beklagen uns auch alle über politisches Desinteresse in der Bevölkerung – haben sie (es sind alle obigen Volksvertreter gemeint) sich mal ernsthaft gefragt warum das so ist – lesen sie oben, könnte ein wichtiger Grund sein.
Lehrermangel heute und in Zukunft noch stärker?! Wie kann es dann sein, dass man in Baden-Württemberg mit einem Abi-Schnitt von 2,2 keinen Studienplatz für das Grundschullehramt bekommt (Abitur soll der höchste Bildungsabschluss in Deutschland sein), auch nicht mit einem Schnitt von 2,5 inklusive Freiwilliges Soziales Jahr (dass heißt. inklusive einem sozialen Wartesemester)?
Das sollten sie erklären können, denn in jedem anderen Bundesland wird man damit angenommen.
Junge Menschen zu halten und zu motivieren ist einfacher als junge Menschen irgendwann mal zurückzugewinnen – das weiß jeder und ist nachvollziehbar – nur im Ländle läuft es anders, sprich rückwärts.
Aus Elternsicht erinnern Prozesse und digitale Ausstattung im Abi 2018 eher an die im Abi 1990, man könnte auch sagen, dass wir fast drei Jahrzehnte verschenkt oder verschwendet haben. Da passt es nur dazu, wie lapidar wir mit ‚Ella‘ und sechs bis acht Millionen Steuergeldern umgehen. Von Abschreibung ist die Rede, von nicht eingehaltenen Terminen, von zurückgehaltenen Informationen. Wenn Ihnen Digitalisierung wirklich wichtig wäre, dann wäre das Chefsache, und zwar von Anfang an!
Schade, wie sie mit unserer Zukunft umgehen, dafür haben wir kein Kreuz auf dem Wahlzettel gesetzt!
Uwe Vieth, Härtsfeldstraße 5
Frommern

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