Die historische Bausubstanz trotzt dem Wandel der Zeit

Binsdorf, 23.08.2018

Die historische Bausubstanz trotzt dem Wandel der Zeit

Das ehemalige Binsdorfer Dominikanerinnenkloster und der wunderschöne Barockgarten stehen am 9. September Besuchern offen.

Die Binsdorfer haben einen Schatz in ihrer Mitte, der sich hinter dem einfachen Namen Markusheim versteckt. Viele wissen es, vielen ist dies aber nicht bewusst. Jetzt soll, wie schon mehrfach im ZAK berichtet, das historische Kleinod zu altem Glanz zurückkehren. Die Sanierung ist eine kostspielige und aufwendige Geschichte, die die Kirchengemeinde nur mit Unterstützung der Diözese Rottenburg-Stuttgart stemmen kann. Bevor das Jahrhundertprojekt starten wird, haben alle Binsdorfer und darüber hinaus Geschichtsinteressierte Gelegenheit, das historische Gebäude und den Garten zu besichtigen. Gelegenheit dazu gibt es am Tag des offenen Denkmals, am Sonntag, 9. September.

Der barocke Garten des ehemaligen Dominikanerinnenklosters ist ebenso ein historisches Juwel wie das Gebäude. Am 9. September gibt es Gelegenheit zur Erkundung beider Stätten.
Der barocke Garten des ehemaligen Dominikanerinnenklosters ist ebenso ein historisches Juwel wie das Gebäude. Am 9. September gibt es Gelegenheit zur Erkundung beider Stätten. Foto: Rosalinde Conzelmann

Ralf Schneider ist Architekt beim Bischöflichen Bauamt und maßgeblich an der bevorstehenden Sanierung beteiligt. Er ist nicht nur mit der Bausubstanz vertraut, er ist auch ein Liebhaber der gesamten Anlage. Bei seinen Besuchen in Binsdorf kommt er aus dem Schwärmen nicht heraus. Ebenso zählt der ehrenamtliche Geislinger Stadtarchivar Alfons Koch zu den großen Bewunderern der geschichtsträchtigen Stätte.

Wenn auch immer wieder bauliche Veränderungen am ehemaligen Kloster stattfanden, so hat vieles an historischer Bausubstanz den Wandel der Zeiten überdauert, betont der bischöfliche Baumeister. Die Untersuchungen am eigentlichen Gebäude hätten einige interessante Befunde ans Tageslicht gefördert. Eine jüngst hergestellte Musterfläche im historischen Conventssaal, die zur Erlangung der Kostensicherheit herausgearbeitet wurde, verdeutliche die Schönheit dieses Raumes. Ein weiterer Saal im Bereich des ehemaligen Dormitoriums harre ebenfalls seiner Restaurierung.

Neben diesen augenscheinlichen Elementen sind viele Aspekte quasi unsichtbar, sagt Schneider. Schäden in der Dachkonstruktion sowie den Auflagern der Balkendecke über Erdgeschoss würden die Bauherren zu umfangreichen Eingriffen zwingen. Ebenso muss die Gebäudetechnik erneuert werden.

Den Barockgarten bezeichnet der Planer als ein Juwel der außergewöhnlichen Art. Die terrassenförmig angelegte Anlage ist in ihrer Form des 18. Jahrhunderts noch weitgehend erhalten. Der Garten wurde durch ein Stadttor erschlossen, das im Zuge der Bauuntersuchung im Kloster nachgewiesen werden konnte und das als solches noch vollständig erhalten ist, weiß er.

„Wegen der bevorstehenden Sanierung ist die Öffnung des ehemaligen Klosters im Kontext des Tages des offenen Denkmals ein willkommener Anlass, der interessierten Öffentlichkeit Gebäude und Garten näher zu bringen“, betont er und hofft auf viele Neugierige.

Info Am 9. September werden zwei Führungen angeboten: Der beauftragte Architekt Timo Raible, Landschaftsarchitektin Isabel David und Architekt Ralf Schneider führen jeweils um 13.30 und um 15 Uhr durch Garten und Gebäude. Die Kirchengemeinde bietet im Conventssaal Kaffee und Kuchen an. Der Erlös kommt der Sanierungsmaßnahme zu Gute.

 

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Jahre steht der Haupttrakt des Dominikanerinnenklosters, der bis heute erhalten blieb. Ein hofseitiger Flügel wurde 1829 abgerissen, kurz darauf auch die alte Klosterkirche, die dann durch den heutigen Kirchenbau ersetzt worden ist.

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