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Foto: Volker Bitzer

Albstadt, 06.08.2018

Spannendes von Bäumen und Galgen

Revierförster Stephan Schneider führte bei der zweiten ZAK-Traufgänge-Sommerwanderung etwa 200 Teilnehmer durch den Wald rund um die Ebinger Fohlenweide.. Mit Fotostrecke

von Holger Much  

Oberbürgermeister Klaus Konzelmann bezeichnete Stephan Schneider als „wichtigsten Mann im Revier“, und als solcher kennt der Förster seinen Wald in Albstadts Süden wirklich wie die Westentasche. Die rund 200 Wanderer unserer zweiten ZAK-Traufgänge-Sommertour erfuhren unglaublich viel über den Wald und seine Geschichte als Spiegel menschlicher Kultur und Gepflogenheiten.

Albstadts Oberbürgermeister Klaus Konzelmann, Revierförster Stephan Schneider, ZAK-Verleger Daniel Welte (von links).
Albstadts Oberbürgermeister Klaus Konzelmann, Revierförster Stephan Schneider, ZAK-Verleger Daniel Welte (von links). Foto: Volker Bitzer

So lernte man beispielsweise, warum auf dem alten 50-Pfennig-Stück eine Frau einen Nadelbaum pflanzt. Letztere sind, erzählte Stephan Schneider, Pionierpflanzen, fassen also leichter Fuß in offenem Gelände. Und nach dem Krieg galt es, größere Gebiete Deutschlands wieder aufzuforsten. Daher wachsen immer noch viele Nadelbäume im Wald, wobei man heutzutage natürlich bewusst auf eine gute Durchmischung der Baumarten achtet. In früheren Zeiten war der Anteil der Laubbäume, vor allem stattliche Buchen und Eichen, besonders groß, da deren Früchte eine wichtige Nahrungsquelle für das Vieh der Bauern war.

Auf die Frage eines Wanderers, warum an der Meßstetter Steige so extrem abgeholzt worden sei, nannte Stephan Schneider die Verkehrssicherungspflicht an dieser sensiblen Straße in Hanglage. Hier geht Sicherheit vor. Dennoch betonte er, dass immer sowohl Ökonomie als auch Ökologie im Auge behalten werde. Brüte beispielsweise ein Milan oder ein Uhu irgendwo, so werde der Bereich ganz bewusst ausgespart. Dieses Arbeiten mit und für die Natur ist es, was den Revierförster fasziniert: „Es ist ein toller Beruf, ich würde ihn jederzeit wieder ergreifen.“

Etwas schaurig wurde der Blick in die hiesige Geschichte beim Galgenfelsen. Dort, verriet der Wanderführer, stand allerdings nie ein Galgen. Darunter aber liegt die Galgenwiese, auf der dann tatsächlich die namensgebende Vorrichtung stand. Auf den letzten paar Metern der Tour am Montag überraschte die Wanderer dann noch der kräftige Guss eines Sommerregens, bevor man sich am Ausgangspunkt, dem Parkplatz beim Rossberg, den kulinarischen Aspekten der Wanderung widmen konnte.

Die Gruppe der heimischen Getränkehersteller – Imnauer Mineralquellen, Stingel Fruchtsäfte und die Lehner-Brauerei – als langjährige Hauptsponsoren, sowie das Backhaus Mahl und die Albmetzgerei Steinhart versorgten mit ihren Produkten die durstigen und hungrigen Wandersleut', auch die Traufgänge-Gastgeber: Hotel Gasthof Süßer Grund, Brauhaus Zollernalb, Altes Bahnhöfle, Traufganghütte Brunnental, Café Früholz und der Höhengasthof-Wanderheim Nägelehaus sowie seit Neuestem das Badkap-Restaurant und der Gasthof Linde waren ebenfalls wieder mit dabei, so dass sowohl für den süßen als auch den herzhaften Genuss genug Auswahl vorhanden war.

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