25.07.2018

Leserbrief

Anregung zum offenen Dialog

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Wie viel Missmanagement zu wichtigen Gemeindeaufgaben will bzw. darf sich die Gemeindeleitung mit Bürgermeisterin Adrian zusammen mit „ihrem Gemeinderat“ noch erlauben, oder den Bürgern noch weiterhin zumuten?
Entgegen der Vorstellungen der Bürger von Dotternhausen hat der Gemeinderat im Juni 2016 beschlossen, dem von Holcim geplanten großflächigen Plettenbergabbau zuzustimmen. Mit dem Bürgerentscheid vom Februar 2017 haben die Bürger mit klarer Mehrheit gegen den Gemeinderatsbeschluss gestimmt. Dieses Wahlergebnis war für die Gemeindeleitung eine große Enttäuschung, die Stimmung auf dem Tiefpunkt, die Gemeinde seitdem gespalten.
Aktuelle Vertragsgespräche der Gemeindeleitung mit Holcim lassen erkennen, dass der „Bürgerentscheid für einen verträglichen Kalksteinabbau“ von allen Kommunalpolitikern (Gemeindeleitung, Landrat Pauli und Regionalverband) total ignoriert wird. Der Gemeinderat hat beschlossen, circa 80 000 Euro Rechtsanwaltkosten (Steuergelder der Bürger) einzuplanen, zur Durchsetzung eigener Standpunkte gegen die Bürgerinteressen. Damit wurde der Bürgerentscheid zur Farce, die Kosten hierfür in den Sand gesetzt.
Die zunächst vorgesehene Abbaufläche mit 8,6 ha ist nach Aussage von Landrat Pauli vom November 2017 lediglich eine weitere „Salamischeibe“ im Sinne Holcims. Zum Thema „Schutz der Bürger gegen Luftschadstoffe aus der Holcim-Produktion“ verhalten sich alle Kommunalverantwortlichen bis hin zum Regierungspräsidium Tübingen absolut passiv. Dies ist ein klarer Verstoß gegen das Grundgesetz zu Lasten der Bürger.
Mit einem umweltbelastenden Unternehmen wie Holcim, direkt am Dorfrand, steht die Gemeindeleitung von Dotternhausen vor einer besonderen Herausforderung. Konsensfähige Lösungen sind auf demokratischem Weg mit den Verantwortlichen zur Zeit nicht zu erreichen.
Sollte dieser Leserbrief für Kommunalpolitiker eine Anregung zum offenen Dialog mit den Bürgern sein, würde ich dies sehr begrüßen. Vielleicht ist der Weg zurück zu demokratischen Arbeitsmethoden noch während der Amtszeit der heutigen Kommunalpolitiker realistisch. Die Stimmen der Bürger sollten nicht nur vor einer anstehenden Wahl gehört werden.
Helmut Gimbel
Schafbergweg 1, Dotternhausen

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