20.06.2018

Leserbrief

Holzkeller sind möglich

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Was haben Heidelerche und Ersatzbrennstoffe mit einem Keller aus Holz zu tun? Sehr viel!
Während des Holcim-Dialogs am Freitag in Dotternhausen sagte der Holcim-Werkleiter, Herr Schillo, begleitet vom Raunen eines Großteils der Veranstaltungsteilnehmer, dass sich die Firma wünsche, auch über die aktuelle 8,6 Hektar hinaus auf dem Plettenberg weiter abbauen zu können, nach 25 Jahren.
Beton, also das Gemisch aus Sand, Zement und Wasser, ist ein natürlicher Werkstoff. Aber, zur Herstellung werden in großem Maße Ressourcen und Energie verbraucht. Die mineralischen Bestandteile wachsen nicht nach.
Holz hingegen wächst nach und ist ein sehr wirkungsvoller Speicher von CO2. Wie man im ZAK am Freitag lesen konnte, können Holzkeller überall dort problemlos hergestellt werden, wo es kein drückendes Wasser gibt (das ist aber kein technisches, sondern ein Hindernis im Bereich der Normen).
Es müssen keine Leuchtturmbeispiele wie in Wien, Berlin oder Hamburg sein, wo Hochhäuser in Holzrahmenbauweise entstehen bei denen nur noch der Treppen- / Aufzugkern zur Aussteifung aus Stahlbeton gebaut werde. Ganz in der Nähe, in Stetten a.k.M. entsteht in Kürze ein dreigeschossiges Wohnhaus in Holzrahmenständerbauweise, nachhaltig und sehr energieeffizient. Nach dem heutigen Stand der Technik. Merken Sie etwas? Beton wird in Zukunft nur noch eine Nebenrolle spielen, aber nur dann, wenn wir als Bauherren oder Mieter uns von dem Gedanken entfernen, dass nur aus Ziegel, Kalksandstein oder Beton „solide“ Häuser entstehen können.
In Dotternhausen und anderswo werden bei den Zementherstellern sogenannte Ersatzbrennstoffe verwendet. Wenn ich es richtig verstanden habe, sind die Schadstoff-Grenzwerte bei Zementwerken noch höher als bei einer Müllverbrennungsanlage.
Aber: Müll und Altreifen und Co. ersetzten ja keine „sauberen“ und nachhaltigen Energiequellen sondern Erdöl, Kohle oder Erdgas (letzteres ist „sauber“, aber auch eine fossile Rohstoff). Den Müll erzeugen wir tagtäglich auch selbst, wenn wir in unserer Wegwerfgesellschaft unter anderem ein Übermaß an Kunststoffverpackungen ohne viel Federlesens in Kauf nehmen. Dumm nur, dass dieser Müll in Dotternhausen verbrannt wird und nicht in der Müllverbrennungsanlage unweit von Sankt Florian.
Oliver Otte
Daimlerstraße 5, Balingen

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