Wer zahlt die Reparatur?

Wer zahlt die Reparatur?

Für Schäden in der Wohnung muss meist der Vermieter aufkommen. Allerdings gibt es auch oft Streit darüber, wer bezahlen muss.

von djd  

Nicht jede Reparatur im Haushalt kann man selbst erledigen. Manchmal muss ein professioneller Handwerker ran.
Nicht jede Reparatur im Haushalt kann man selbst erledigen. Manchmal muss ein professioneller Handwerker ran. Foto: Free-Photos/pixabay.com

Der Abfluss ist verstopft, die Gastherme streikt, der Fenstergriff funktioniert nicht richtig – es kann in Wohnungen immer wieder mal zu kleineren oder größeren Schäden kommen. Allerdings gibt es auch oft Streitigkeiten darüber, wer die Reparaturen zu bezahlen hat. „Grundsätzlich ist der Vermieter dafür zuständig, die Wohnung gebrauchsfähig und in einem vertragsgemäßen Zustand zu erhalten“, erklärt Rechtsanwalt Jörn-Peter Jürgens vom Interessenverband Mieterschutz. Er könne jedoch über die sogenannte Kleinreparaturklausel in bestimmtem Rahmen auch Kosten auf den Mieter abwälzen.

Tropfenden Wasserhahn selbst reparieren

„Unter Kleinreparaturen fallen etwa Dinge wie ein tropfender Wasserhahn, ein defekter Lichtschalter oder ein kaputter Fenstergriff, nicht so dagegen Reparaturen an Wasser-, Rohr- und Stromleitungen oder an einer Gastherme“, so Jürgens. Außerdem kommt es oft auch auf die Umstände an, unter denen etwas kaputtgeht, beispielsweise wenn der Abfluss verstopft ist: Entsteht die Verstopfung bei vertragsgemäßem Gebrauch etwa durch normalen Haarverlust beim Duschen, ist der Vermieter zuständig. Stopft allerdings das eigene Kind zu viel Papier in die Toilette oder fallen Gegenstände hinein, muss der Mieter für den Schaden aufkommen. Ebenso, wenn man etwas Schweres auf die Fliesen oder ins Waschbecken fallen lässt und diese zerspringen. Es ist also mitunter auch eine „Schuldfrage“. „Gehen Dinge in der Wohnung durch Verschleiß kaputt, ist das wiederum Vermietersache“, erläutert der Experte. Was wann gilt, ist für den Laien häufig nicht einfach zu beurteilen. In diesen Fällen sollten Mieter sich fachkundig beraten lassen – Ansprechpartner sind zum Beispiel bei iv-mieterschutz.de zu finden.

Kostengrenze im Mietvertrag

Damit eine Kleinreparaturklausel überhaupt gültig ist, hat sie zwei Voraussetzungen zu erfüllen. Erstens muss im Mietvertrag eine angemessene Kostengrenze genannt werden und zweitens dürfen nur Kosten für Reparaturen an Einrichtungsgegenständen innerhalb der Wohnung aufgebürdet werden. Über die Höhe der Kosten herrscht keine einheitliche Regelung. In verschiedenen Gerichtsurteilen wurden Summen zwischen 50 bis 110 Euro als zumutbar erachtet. Sind viele kleine Reparaturen fällig, kann übers Jahr eine größere finanzielle Belastung zustande kommen. „Deshalb ist in der Klausel neben der Grenze für die einzelne Reparatur eine Jahreshöchstgrenze zu nennen“, sagt Jürgens.

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