Zollernalbkreis, 01.06.2018

Elektrifizierung: Alle wollen weg vom Abstellgleis

Die Elektrifizierung der Zollernbahn könnte in einigen Jahren Realität sein. Nun aber gibt es neue Konkurrenz im Land.

 

Eine Arbeitsgruppe soll es richten und noch in diesem Jahr eine Projektgesellschaft Regionalstadtbahn Neckar-Alb auf den Weg bringen. Das sieht ein Beschlussvorschlag vor, der den Mitgliedern des Regionalverbands Neckar-Alb am kommenden Dienstag bei deren Sitzung in Tübingen vorgelegt wird. Diese Gesellschaft hatten die Landräte der Region und Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut unlängst bereits verkündet.

Dass die Arbeitsgruppe gerade jetzt ihre Tätigkeit aufnimmt, ist kein Zufall. Noch nie waren die (finanziellen) Gegebenheiten für das Projekt Regionalstadtbahn und damit auch für die Elektrifizierung der Zollernbahn so günstig wie jetzt.

Das Vorhaben steht bei der Elektrifizierungsoffensive des Landesverkehrsministeriums im vordringlichen Bedarf – hat seit wenigen Tagen aber wieder Konkurrenz hinzubekommen. Das wochenlange lautstarke Trommeln ostwürttembergischer Landräte und Abgeordneter hat in Stuttgart Wirkung gezeigt. Nun sollen auch die Brenzbahn zwischen Aalen und Ulm sowie die Donautalbahn von Ulm nach Tuttlingen in den vordringlichen Bedarf aufrücken.

Erfreulich für Pendler

Die Tatsache, dass das landeseigene Hechinger Unternehmen Hohenzollerische Landesbahn (HzL) die Brenzbahnstrecke als Teil des sogenannten „Ulmer Sterns“ von Juni 2019 an bedienen wird und auf der Donautalstrecke unter anderem mit den Dotternhausenern Holcim-Zügen schon lange für den Güterverkehr verantwortlich zeichnet, hat den Ministerialen die jetzige Entscheidung sicherlich nicht gerade erschwert.

Vor nicht allzu langer Zeit war Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) selbst noch Aufsichtsratsvorsitzender der HzL, die sich derzeit in Fusion mit der ebenfalls landeseigenen Südwestdeutschen Landesverkehrs AG (SWEG) mit Sitz in Lahr befindet.

Erfreulich für die Pendler auf der Zollernbahnstrecke: In der Vorlage für den Regionalverband ist noch einmal ausdrücklich vermerkt, dass die hiesige Elektrifizierung nach der bereits in Planung befindlichen Elektrifizierung der Ermstalbahn und der Ammertalbahn die dringlichste Maßnahme innerhalb der Regionalstadtbahn Neckar-Alb ist. Der Regionalverband ist einer der Partner der zu gründenden Projektgesellschaft.

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