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Foto: Gisela Swoboda

Balingen, 22.12.2017

Jedes Kind bekommt ein Huhn

Mit drei Aktionen hat die Brücke Balingen-Bangladesch in diesem Jahr den Opfern der Flutkatastrophe geholfen.

Gisela Swoboda freut sich. Die Vorsitzende des Vereins Brücke Balingen-Bangladesch hat in den vergangenen Monaten viel erreicht. Nachdem im August eine Jahrhundertflut gerade die arme Bevölkerung in Bangladesch schwer traf (wir berichteten), sammelte die Balingerin unermüdlich Spenden.

„Es kamen 25 781 Euro für die Fluthilfeaktion zusammen“, sagt Gisela Swoboda mit einem Strahlen im Gesicht. Viele Spender aus Balingen und der Umgebung trugen dazu ihren Teil bei. Dank dieses Grundstocks konnte die Vorsitzende auch noch Gelder von drei Stiftungen gewinnen. Der Verein unterstützte damit drei Projekte.

Glückliche Gesichter: Die Kinder der Mati-Schule bekamen jeweils ein Huhn geschenkt, das sie nun versorgen dürfen.
Glückliche Gesichter: Die Kinder der Mati-Schule bekamen jeweils ein Huhn geschenkt, das sie nun versorgen dürfen. Foto: Privat

Zuerst wurde Soforthilfe geleistet: Reis und Linsen wurden ausgegeben. Dann erhielten rund 200 Kleinbauern aus fünf Dörfern, die bei der Flutkatastrophe ihre Lebensgrundlage teilweise komplett verloren hatten, eine Aufbauhilfe. Sie bekamen Saatgut und Dünger.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Hilfe für die Opfer der Flut war die medizinische Versorgung. Denn mit dem Wasser kamen auch die Krankheiten wie Pilzinfektionen oder Tuberkulose. Hier unterstützte der Balinger Verein die Ärmsten der Armen.

Um den Menschen in diesen armen Regionen von Bangladesch langfristig zu helfen und so Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen, sind Kinder ein wichtiger Teil der Projekte. Rund 250 Kindergarten- und Grundschulkinder werden in einer Schule des Projektpartners Mati betreut. Hier erhalten sie kostenlos Bildung und Essen. Nach der Flutkatastrophe bekam jedes Kind ein Huhn geschenkt. Es wird nun von den Schülern versorgt.

„Wenn man ein Huhn gut pflegt, legt es jeden Tag ein Ei. Das kann ein Kind gut machen und somit auch Verantwortung übernehmen“, erklärt Gisela Swoboda. Auch Frauen, die mit ihren Kindern am Rand der Gesellschaft leben, bekamen ein Huhn geschenkt. „Eiweißmangel ist ein großes Problem“, weiß die Vorsitzende des Vereins, die nahezu täglich mit den Projektverantwortlichen in Kontakt steht. Immer wieder würden sich Mangelerscheinungen zeigen, so kämen zum Beispiel Kinder schon mit dem grauen Star zur Welt.

Das zeigt auch, dass die Arbeit des Vereins Brücke Balingen-Bangladesch weiter notwendig ist. „Mein großer Traum ist ein Anbau für einen OP-Saal“, sagt die Balingerin. In der neu aufgebauten Augenstation sollen so künftig auch Operationen möglich sein. „Dafür bräuchten wir etwa 20 000 Euro“, sagt Gisela Swoboda, die weiter fleißig Spenden sammelt, um den Ärmsten der Armen in Bangladesch zu helfen. Lydia Wania-Dreher

Info Weitere Informationen zur Fluthilfe und dem Verein Brücke Balingen-Bangladesch gibt es im Internet auf brueckebalingenbangladesch.de. Hier sind auch die Nummern der Spendenkonten aufgeführt.

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