20.12.2017

Leserbrief

Schieferverbrennung ist das größte Umweltproblem

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Die Bürgerinitiativen von Dotternhausen und Schömberg haben das Regierungspräsidium Tübingen und die Stadt Balingen schon bei der Einführung darauf hingewiesen, dass die Stickoxidbelastungen in Balingen wohl mehr von Holcim als vom Verkehr kommen. Damals wurde behauptet, dass nur etwa vier Prozent der Luftverschmutzung durch die Industrie allgemein kommen würde. Trotz Hinweisen, dass dies bei der Menge mit über 1000 Tonnen pro Jahr von Holcim gegenüber dem Verkehr der Gesamtstadt Balingen mit rund 300 Tonnen oder der Gesamtindustrie Balingen mit rund 40 Tonnen nicht sein könne, wurde dies einfach in den Wind geschlagen.
Holcim selbst hatte öffentlich bestätigt, dass bei einer gesetzlich notwendigen Reduzierung von rund 450 mg/cbm auf 200 mg/cbm Stickoxid dies sich auch positiv auf Endingen auswirken werde. Nun haben wir wohl die eindeutigen Beweise. Die Auswirkungen der Holcim-Stickoxid-Reduzierung auf Balingen sind aber jetzt schon eindeutig. Trotzdem kann und darf gerade Balingen nicht zufrieden sein, denn diese Stickoxidreduzierung ist wahrscheinlich nur durch den überhöhten Einsatz von Ammoniakzugabe erfolgt. Ammoniak ist aber für die Umwelt genauso gefährlich und nachteilig. Dazu kommen alle anderen umweltgefährlichen Luftbelastungen mit Schwermetallen (Thallium, Quecksilber usw.) sowie Dioxin und Furane.
Die Schieferverbrennung ist zwischenzeitlich das größte Umweltproblem! Bei Einbau entsprechender Filteranlagen könnten die Luftschadstoffe nochmals um mehr als die Hälfte oder sicher mehr als 300 Tonnen Stickoxiden, aber noch viel mehr t an Schwefeldioxiden pro Jahr gesenkt werden. Trotz Aufforderungen durch das Regierungspräsidium weigert sich Holcim nach wie vor, solche Investitionen für die Luftreinhaltung in die Hand zu nehmen. Das Regierungspräsidium Tübingen, aber noch mehr Freiburg (Landesbergamt) sind nicht in der Lage, entsprechende Auflagen zu erteilen, trotz der gesetzlichen Möglichkeiten.
Dabei wissen auch das grün geführte Umweltministerium und der Umweltminister Untersteller selbst um die Problematik und greifen trotz aller Bekenntnisse zur Einhaltung der Klimaziele nicht ein.
Die Autofahrer und Kleinfeuerungsanlagenbetreiber aber werden bis zur Untersagung gepiesackt. Wann setzen sich die verantwortlichen Politiker aller Schattierungen in Balingen und Umgebung endlich nicht nur mit Lippenbekenntnissen für sauberere Luft in der Region ein ?
Norbert Majer
Schulstraße 22, Dotternhausen
Siegfried Rall
Degenhartstraße 5, Dotternhausen

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