15.11.2017

Leserbrief

Ehrlichkeit schafft Vertrauen

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Zu: Das dritte Bürgerbegehren, das heute Abend im Dotternhausener Gemeinderat behandelt wird.
Wie Bürgermeisterin Monique Adrian in der Presse angekündigt hat, soll in der heutigen Gemeinderatssitzung das 3. Bürgerbegehren für klare Abbaugrenzen des Steinbruchs auf dem Plettenberg für unzulässig erklärt werden. Mit diesem Beschluss wird erneut die Möglichkeit, einen Konsens und Frieden in der Gemeinde zu finden, vertan.
Die Initiatoren für einen verträglichen Kalksteinabbau und mit ihnen viele Bürger fordern Ehrlichkeit und Offenheit ein. Nach den vorliegenden Gutachten und vor allem dem vom Rechtsanwaltsbüro von Holcim stellt sich die Situation anders dar. Danach sind die Verhandlungen über den weiteren Kalksteinabbau auf dem Plettenberg bereits im Juli 2017 abgeschlossen worden. Es fehlt nur noch die Unterschrift. Danach hat sich die Gemeinde verpflichtet, den Kalksteinabbau bis zur Grenze des Naturschutzgebietes zu gestatten. Dies wurde jedoch beim Bürgerentscheid am 19. Februar 2017 von der Bürgerschaft mit großer Mehrheit abgelehnt. Jetzt droht Holcim der Gemeinde mit Schadenersatzforderungen wegen Verletzung vorvertraglicher Bindung.
Somit ist eingetreten was immer vermutet wurde, dass sich die Gemeinde vertraglich mit Holcim geeinigt hat, die von Holcim geforderte Abbaufläche zur Verfügung zu stellen.
Warum hat der Gemeinderat bei dem kürzlichen Gespräch zwischen Landratsamt, Gemeinderat und Bürgerinitiative, bei dem es um die Grenzziehung für das Landschaftsschutzgebiet ging, nicht auf die vorvertragliche Bindung für ca. 15 ha Abbaufläche hingewiesen? Landrat Pauli hat bei diesem Gespräch von maximal 8,5 ha gesprochen, die für den Abbau vorzusehen sind. So soll auch das Landschaftsschutzgebiet neu ausgewiesen werden. Warum hat der Gemeinderat bei der Mediation am 7.11.2017 nicht mit offenen Karten gespielt? Solche Vorgehensweisen schaffen kein Vertrauen sondern erzeugen Misstrauen!
In die gleiche Richtung gehen die durchgeführten Pflegemaßnahmen auf dem Plettenberg, über die in der Presse bereits berichtet wurden. Ohne Absprache mit dem zuständigen Regierungspräsidium wurden Brutplätze von seltenen Vögeln sowie Flora und Fauna im Naturschutzgebiet und angrenzenden Biotopen großflächig vom Albverein und der Gemeinde unter Mithilfe von Holcim zerstört. Sie fehlen wenn es um die Genehmigung der Erweiterung geht. Ein Schelm wer dabei Böses denkt.
Otto Scherer
Zinkenstraße 6/2, Dotternhausen

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Plettenbergabbau.

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