17.08.2017

Leserbrief

Es bleibt ein Teufelsgebräu

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.
 
Zu: „Müll ist Müll, der Grenzwert ist flexibel“, vom 12. August.
Die Unterwürfigkeit
Was haben Holcim und die Autoindustrie gemeinsam? Ihr Streben nach Weltmarktführerschaft und Maximalprofit erzwingt geradezu die rücksichtslose Ausbeutung der Natur. Herr Kistner verkauft die Leute für dumm: Emissionen sei das, was oben rausgepustet wird und Immissionen seien die Werte, die beim Menschen ankommen. So ein Schwachsinn. Die Erde hat nur eine Atmosphäre, in der alle Gifte sich anreichern, mit anderen Stoffen reagieren, durch Luftströme verbreitet werden. Alles kommt früher oder später beim Menschen an.
Hat der „Experte“ schon mal was von der drohenden Klimakatastrophe gehört, von der Versauerung der Meere, von der Zerstörung der Ozonschicht durch die zunehmenden Abgase? Müllverbrennung ist ein Prozess chaotischer chemischer Reaktionen, bei dem Material wechselnder und meist unbekannter Zusammensetzung in circa 100 000 verschiedene Substanzen umgewandelt wird. Pro Tonne verbrannten Abfalls entstehen 400 Kilogramm hochgiftige Schlacke und 5000 Kubikmeter Rauchgas.
Müllverbrennung führt zu chronischer Vergiftung des Bodens, der Luft und des Wassers mit Schwermetallen und halogenierten Kohlenwasserstoffen bis hin zu Dioxin. Müllverbrennung gehört verboten. Doch Zementhersteller dürfen noch stärker die Umwelt belasten als Müllverbrennungsanlagen. Wie das? Man macht „Ersatzbrennstoffe“ draus. Und schwupp werden die Grenzwerte den Wünschen der Zementindustrie angepasst. In Wirklichkeit bleibt es ein Teufelsgebräu aus Trockenklärschlämmen, Altreifen, Ölen, Plastik und Gewerbemüll.
Umweltaktivisten und Arbeiter sollten gemeinsam kämpfen gegen Umweltverbrecher, Profitwirtschaft und verstrickte staatliche Behörden, für Arbeitsplätze und Umweltschutz.
Renate Schmidt
Schalksburgstr. 212, Albstadt
Direktkandidatin für die Internationalistische Liste/MLPD im Wk Zollernalb-Sigmaringen.

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