Überraschung bei der Lohnabrechnung
Wer mit Steuerthemen überfordert ist, der fragt am besten einen Fachmann in einer Steuerberaterkanzlei oder von einem Lohnsteuerhilfe-Verein.
Wer mit Steuerthemen überfordert ist, der fragt am besten einen Fachmann in einer Steuerberaterkanzlei oder von einem Lohnsteuerhilfe-Verein. Foto: Bundessteuerberaterkammer
Wer mit Steuerthemen überfordert ist, der fragt am besten einen Fachmann in einer Steuerberaterkanzlei oder von einem Lohnsteuerhilfe-Verein.
Wer mit Steuerthemen überfordert ist, der fragt am besten einen Fachmann in einer Steuerberaterkanzlei oder von einem Lohnsteuerhilfe-Verein. Foto: Bundessteuerberaterkammer

Überraschung bei der Lohnabrechnung

Durch Steueränderungen bleibt dieses Jahr insbesondere für Familien und Normalverdiener unterm Strich mehr Netto vom Brutto. Anders ist dies bei Besserverdienern.

von ots   Die Kommentarfunktion ist bei diesem Artikel deaktiviert

Das Jahr beginnt mit einer guten Nachricht für alle Steuerzahler: 2017 werden alle steuerlich entlastet, was vor allem Familien und Normalverdienern zugutekommt. Der Gesetzgeber erhöht den steuerlichen Grundfreibetrag. Damit bleibt ein jährliches Einkommen bis 8820 Euro für alle steuerfrei.

Kalte Progression wird leicht korrigiert

Um die Folgen der kalten Progression abzumildern, ändert der Gesetzgeber 2017 den Tarifverlauf der Einkommensteuer. Damit Verbraucher durch steigende Lebenshaltungskosten nicht weniger Geld in der Tasche haben, verschiebt sich der Steuertarif um 0,73 Prozent nach rechts. „Faktisch sinkt hierdurch der Steuersatz für alle etwas, auch für Spitzenverdiener“, sagt Udo Reuß, Experte für Steuern beim Infoportal Finanztip.
Der Steuersatz von 42 Prozent greift ab sofort bei Ledigen erst ab einem zu versteuernden Einkommen von 53 666 Euro, zuvor lag die Grenze bei 52 882 Euro. Für Verheiratete und eingetragene Lebenspartner, die sich zusammen veranlagen lassen, gilt der doppelte Betrag.

Sozialabgaben steigen

Da jedoch im Gegenzug die Sozialabgaben für alle Steuerpflichtigen steigen, bleibt im Schnitt oft nur wenig mehr im Portemonnaie. Zu spüren bekommen das in erster Linie Besserverdiener. Denn der Beitrag für die gesetzliche Pflegeversicherung steigt auf 2,8 Prozent für Kinderlose und für alle anderen auf 2,55 Prozent, der jeweils zur Hälfte vom Arbeitgeber übernommen wird. Negativ aufs Netto wirken sich für Besserverdiener zudem die gestiegenen Beitragsbemessungsgrenzen aus. „Aber auch manche Geringverdiener müssen 2017 draufzahlen“, erklärt Reuß. Nach Berechnungen der Steuerberater-Genossenschaft Datev bekommt beispielsweise ein verheirateter Arbeitnehmer in der Steuerklasse III, der weniger als 1500 Euro verdient, aufgrund gestiegener Sozialabgaben in diesem Jahr 18 Euro weniger als 2016.

Mehr von der Altersvorsorge absetzen

Sparer dürfen 2017 mehr steuer- und sozialversicherungsfrei in ihre Altersvorsorge investieren. Wer im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung, eines beruflichen Versorgungswerks oder eines Rürup-Sparvertrags vorsorgt, kann sich über einen höheren abzugsfreien Anteil bei den Sonderausgaben freuen: Damit dürfen Sparer bis zu 23 362 Euro für die Altersvorsorge steuerfrei einzahlen. Für Arbeitnehmer, die sich mit einer betrieblichen Altersvorsorge absichern, bleiben bis zu 3 048 Euro abzugsfrei.

Neurentner müssen mehr versteuern

Nicht nur der Lohn muss versteuert werden, sondern auch die Rente. Wer dieses Jahr aus dem Berufsleben ausscheidet, sollte darauf achten, dass die Rente bereits zu 74 Prozent versteuert werden muss. „Somit bleiben nur 26 Prozent steuerfrei“, erklärt Reuß.

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