Berlin/Balingen, 14.07.2017

Wo bleiben die Lehrer an beruflichen Schulen?

Die Studie der Bertelsmannstiftung prognostiziert einen Schülerboom – die Fachgewerkschaft sieht Handlungsbedarf.

von Pressemitteilung  

Die Studie der Bertelsmann Stiftung „Demographischer Wandel adé – Aktuelle Bevölkerungsentwicklung und Folgen für die allgemeinbildenden Schulen“, wurde am Donnerstag vorgestellt.

Die Studie komme zu interessanten Ergebnissen, so zum Beispiel, dass die Zeiten sinkender Schülerzahlen vorbei sei, informiert Eugen Straubinger, Vorsitzender des Bundesverbandes der Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS) und Leiter des Balinger Gewerbeschulzentrums.

„Für uns ist aber wieder mal entscheidend, dass die beruflichen Schulen nicht mit im Boot sind“, fügt er an. Die Studie belege, dass sich ein Schülerboom ankündige und an den Grundschulen im Jahr 2025 gegenüber heute 24.100 Lehrer fehlen, das sind 22 Prozent mehr Schüler als die Kultusministerkonferenz (KMK) errechnet hat.

„Man bedenkt aber nicht, dass diese Schüler später zum größten Teil berufliche Schulen besuchen“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Der Verband fordere schon seit vielen Jahren mehr Lehrer. Es würden schon jetzt insbesondere in den Fachbereichen Metall- und Elektrotechnik in allen Bundesländern viele Lehrer fehlen, verweist Straubinger auf die allseits bekannte Problematik.

Der Berufsbildungsbericht 2017 der Bundesregierung lobe die berufliche Bildung, da sie jungen Menschen eine breit angelegte und hochwertige Qualifikation bietet. Sie sei eine zentrale Säule des Erfolgs unserer Volkswirtschaft.

Der Verband reagiert auf diese Einschätzung mit einem Hilferuf. Dieser lautet: „Wir brauchen mehr Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen, insbesondere in den Fachrichtungen Elektro- und Metalltechnik, und zwar jetzt“. Notwendig sei auch eine Studie über die Entwicklung der Schülerzahlen und der benötigten Lehrer an Berufsschulen bis zum Jahr 2025.

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