21.02.2017

Leserbrief

Totengräber des Umweltschutzes

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Zu: Die Zukunft der Bürgerinitiative BI pro Plettenberg.
Wie geht es weiter mit der BI? Nachdem wir immer noch glauben, keine ausreichenden Beweise für einen rechtmäßigen Abbau auf 56 Hektar von den Behörden erhalten zu haben (zu viele widersprüchliche Auskünfte aus den Ämtern) kümmert sich jetzt unser Anwalt um die Verträge/Baugenehmigungen.
Zum Genehmigungsverfahren für 100 Prozent Müllverbrennung ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig, nicht jedoch bei dem Verfahren bei Holcim. Hier beruft sich das RPT auf ein Gutachten aus 2009. Warum uns dieses Gutachten nicht vorgelegt wird – wir können nur spekulieren. Aber dank der vielen Spenden können wir jetzt eine größere Summe in die Hand nehmen und rund um das Zementwerk Bodenproben auf Schwermetallbelastungen analysieren lassen. Eine weitere Prüfung werden wir unter der Materialseilbahn durchführen, so soll geklärt werden, ob das ganze Schmierfett tatsächlich verdunstet ist. So wie es die Ermittlungsbehörde vermutet hat, ein Schmierfett mit einem Siedepunkt über 300 Grad verdunstet in Dotternhausen auf den Wiesen unterhalb der Materialseilbahn.
Die Berichterstattung über die Luftbelastung durch Holcim werden wir auch fortführen. Sobald uns die Zahlen vom LUBW für 2014 vorliegen, werden wir berichten und die Frage klären bzw. noch einmal den Beweis antreten, wo ist der schmutzigste Zementwerkstandort in Baden-Württemberg oder gar in ganz Deutschland. Mit der Schieferverbrennung dürfte Holcim ganz vorne mitspielen.
Holcim wird in den Schlagzeilen bleiben und wir werden nicht müde werden, zu informieren. Auch für die Politik und Behörden kann es noch sehr unbequem werden. Zu lange wurde weggeschaut. Das beweist der Leserbrief der Grünen aus Balingen, hier haben sie klare Position für Müllverbrennung in Zementwerken mit katastrophalen Folgen und nicht wieder gut zu machende Naturzerstörung bezogen. Warum ist gerade in BaWü ein förmlicher Boom auf 100 Prozent Müllverbrennung in der Zementindustrie in den letzten Jahren entstanden? Man darf zur Ansicht gelangen, dass Bündnis 90/ Die Grünen zum Totengräber für den Umwelt- und Naturschutz mutiert sind. Dann sollte sie sich aber umbenennen in Bündnis 2017/ Die Zementindustrie.
Martin Stussak
Sprecher BI pro-Plettenberg
Römerweg 2, Schömberg

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Plettenbergabbau.

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