Mehr Geld für Auszubildende
Mehr Geld im Portemonnaie für Azubis: In den letzten Jahren sind die Ausbildungsvergütungen jedes Jahr um rund vier Prozent angestiegen.
Mehr Geld im Portemonnaie für Azubis: In den letzten Jahren sind die Ausbildungsvergütungen jedes Jahr um rund vier Prozent angestiegen. Foto: Pixabay
Mehr Geld im Portemonnaie für Azubis: In den letzten Jahren sind die Ausbildungsvergütungen jedes Jahr um rund vier Prozent angestiegen.
Mehr Geld im Portemonnaie für Azubis: In den letzten Jahren sind die Ausbildungsvergütungen jedes Jahr um rund vier Prozent angestiegen. Foto: Pixabay

Mehr Geld für Auszubildende

Die tariflichen Ausbildungsvergütungen sind 2016 erneut deutlich gestiegen. Jedoch hat sich der Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren insgesamt etwas abgeschwächt.

von bibb   Die Kommentarfunktion ist bei diesem Artikel deaktiviert

Durchschnittlich 859 Euro brutto im Monat verdienten die Auszubildenden 2016 durchschnittlich in Westdeutschland. Das bedeutet ein Plus von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Ostdeutschland erhöhten sich die tariflichen Ausbildungsvergütungen allerdings um 4,9 Prozent auf durchschnittlich 807 Euro im Monat. Der Abstand zum westlichen Tarifniveau hat sich im Osten damit verringert: Es wurden nun 94 Prozent (2015: 92 Prozent) der westlichen Vergütungshöhe erreicht. Für das gesamte Bundesgebiet lag der tarifliche Vergütungsdurchschnitt bei 854 Euro pro Monat (plus 3,4 Prozent).

Zu diesen Ergebnissen kommt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in der Auswertung der tariflichen Ausbildungsvergütungen für das Jahr 2016. Ermittelt wurden die durchschnittlichen Vergütungen für 181 Berufe in West- und 151 Berufe in Ostdeutschland, wobei auch gesamtdeutsche Durchschnittswerte berechnet wurden. Auf die in die Auswertung einbezogenen Berufe entfielen 89 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Das BIBB führt die Auswertung der tariflichen Ausbildungsvergütungen seit 1976 jährlich zum Stichtag 1. Oktober durch.

Zwischen den Ausbildungsberufen bestehen erhebliche Unterschiede in der Vergütungshöhe. Besonders hoch lagen 2016 die tariflichen Ausbildungsvergütungen in den Berufen des Bauhauptgewerbes – zum Beispiel Maurer/Maurerin – mit monatlich 1042 Euro im Gesamtdurchschnitt. In Westdeutschland fielen sie mit durchschnittlich 1090 Euro deutlich höher aus als in Ostdeutschland mit 897 Euro. Sehr hohe tarifliche Vergütungen wurden beispielsweise auch in den Berufen Kaufmann/ -frau für Versicherungen und Finanzen (einheitlich: 1028 Euro), Mechatroniker/Mechatronikerin (gesamt: 1023 Euro, West: 1027 Euro, Ost: 1005 Euro) und Medientechnologe/Medientechnologin Druck (einheitlich: 963 Euro) gezahlt.

Vergleichsweise niedrig waren die tariflichen Vergütungsdurchschnitte 2016 zum Beispiel in den Berufen Maler und Lackierer/Malerin und Lackiererin (einheitlich: 670 Euro), Bäcker/Bäckerin (einheitlich: 618 Euro), Florist/Floristin (einheitlich: 587 Euro) sowie Schornsteinfeger/Schornsteinfegerin (einheitlich: 495 Euro).

Aufgrund der guten Wirtschaftslage in Deutschland, vor allem aber auch wegen der weiter wachsenden Schwierigkeiten vieler Betriebe, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen, wurden die tariflichen Ausbildungsvergütungen in den letzten Jahren deutlich angehoben. In Westdeutschland betrugen die jährlichen Steigerungsraten von 2012 bis 2014 jeweils über vier Prozent, gingen dann aber 2015 und 2016 etwas zurück auf unter vier Prozent. Dagegen stiegen in Ostdeutschland die tariflichen Vergütungen bereits seit 2011 durchgängig um über vier Prozent jährlich an.

In Ausbildungsberufen mit großem Bewerbermangel – zum Beispiel im Lebensmittelhandwerk, in der Gastronomie und der Reinigungsbranche – waren 2016 sowohl überdurchschnittliche als auch unterdurchschnittliche Erhöhungen zu beobachten. So nahmen die tariflichen Ausbildungsvergütungen in West- und Ostdeutschland beispielsweise im Beruf Bäcker/Bäckerin mit jeweils drei Prozent nur relativ gering zu. In den Berufen Restaurantfachmann/Restaurantfachfrau und Koch/Köchin wurden die Vergütungen mit 4,1 Prozent im Westen und 5,6 Prozent im Osten dagegen stärker angehoben. Ein beträchtliches Plus war im Beruf Fachkraft für Systemgastronomie in Ostdeutschland mit neun Prozent zu verzeichnen, in Westdeutschland gab es einen Anstieg um vier Prozent. Im Beruf Gebäudereiniger/-in bewegte sich der Zuwachs in West- und Ostdeutschland mit drei Prozent beziehungsweise 3,5 Prozent dagegen unter dem Durchschnitt.

Zwischen den Ausbildungsbereichen gab es in West- und Ostdeutschland nach wie vor deutliche Unterschiede. Überdurchschnittlich hohe Ausbildungsvergütungen wurden 2016 im Öffentlichen Dienst (einheitlich: 929 Euro) sowie in Industrie und Handel (gesamt: 921 Euro, West: 929 Euro, Ost: 858 Euro) erreicht. Unter dem Gesamtdurchschnitt lagen die Vergütungen im Bereich der freien Berufe (gesamt: 769 Euro, West: 770 Euro, Ost: 745 Euro), in der Landwirtschaft (gesamt: 731 Euro, West: 751 Euro, Ost: 639 Euro) sowie im Handwerk (gesamt: 714 Euro, West: 719 Euro, Ost: 655 Euro).

 

859 €

Durchschnittlich 859 Euro monatlich verdient ein Auszubildender in Deutschland.

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