29.10.2016

Leserbrief

Es gilt, Kompromisse zu finden

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.
 
Seit rund zwei Jahren
Dabei spielt die Gemeinde Dotternhausen eine entscheidende Rolle. Deren Standpunkt und Verhalten sind für Holcim lebenswichtig und für das Betriebsergebnis entscheidend. Deshalb ist das Zementwerk seit Jahrzehnten gut mit Rathaus und Entscheidern vernetzt. Lafarge-Holcim versteht es vortrefflich, sich öffentlich darzustellen. Soziale Einrichtungen, Vereine, Verbände, Gemeindeprojekte werden bezuschusst und beeinflusst. Alles wird pressewirksam verkündet. Beträge, die Holcim aus der Portokasse zahlen kann.
Gemacht wird alles, was genehmigt oder anscheinend legal ist. Das alles aber maximal. So wurde der Gesteinsabbau in den letzten zehn Jahren verdreifacht – 4000 Tonnen pro Tag. Für die Tonne wird lediglich 0,25 Euro vergütet. Das Betriebsergebnis wird seit Jahren mit null Euro ausgewiesen und die steigenden satten Gewinne anderweitig weitergeleitet. Gewerbesteuerzahlungen – Fehlanzeige. Legal, aber moralisch zu verachten.
Müllverbrennung-Ersatzbrennstoffe: etwa 1000 Tonnen täglich. Die großflächige Umweltbelastung ist sehr fragwürdig. Die Rekultivierung Plettenberg ist seit Abbaubeginn genau vorgeschrieben. Begonnen wurde erst nach 60 Jahren. Alles Themen, die man öffentlich nicht zu Ende diskutieren kann.
Dem gegenüber steht die berechtige Forderung der Bürger auf maximalen Gesundheitsschutz, maximalen finanziellen Ausgleich und maximale Erhaltung der Natur und Rohstoffe, denn wir sind nicht die letzte Generation dieser Erde. Diese Dinge in einen für alle Beteiligten vertretbaren Kompromiss zu bringen, ist nicht einfach und kann beidseitig nicht vom Maximalprinzip bestimmt werden. Auf dem Rathaus in Dotternhausen herrscht jedoch mehrheitlich die Meinung, Holcim mache alles richtig und man fühle sich gut informiert. Ich bin auf das Ergebnis der weiteren Entscheidungen gespannt.
Günter Schäfer
Joh.-Seb.-Bach Str. 15
Dotternhausen

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